Review

In seinem zweiten von drei Pate-Teilen kann Francis Ford Coppola die Klasse seines Filmes halten, ja vielleicht so noch erhöhen.


Der Film läuft in zwei Handlungssträngen ab. Wir sehen weiter, wie Michael Corleone (Al Pacino) das Geschäft als Pate innerhalb seiner Familie weiterführt und dabei weiterhin kompromisslos seine Gegner ausschaltet. Nach einem Angriff auf sein Leben und seiner Familie setzt er sich daran, einen Verräter in seiner Umgebung zu finden. Selbst vor seiner eigenen Familie macht er nicht halt. Und auch seine Ehe zu seiner Frau zerbricht langsam, bis es zu einem Paukenschlag zwischen Michael und seiner Frau Kay (Diane Keaton) kommt.
Im anderen Handlungsstrang erleben wir den Aufstieg des Paten Vito Corleone (Robert de Niro), wie er nach Amerika kam und wie er zu seiner Macht kam (siehe Teil 1).


Francis Ford Coppola gelang das unmögliche. Er schaffte es nahtlos, einen ebenso großartigen Film zu schaffen, wie es schon Teil 1 war. Deswegen möchte ich eigentlich gar nicht vom Paten Teil 1 und 2 sprechen, sondern sehe Teil 2 als eine gekonnte Weiterführung von Teil 1, der sich seine 10 ebenfalls reichlich verdient hat.
Wir sehen die Weiterentwicklung von Michael Corleone, von dem netten, schüchternen Mann aus Teil 1 ist nicht mehr viel übrig geblieben, zu sehr ist er besessen, alle seine Feinde auszuschalten. Michael hat nicht mehr den Charme oder die Sensibilität seines Vaters Vito, man könnte Michael mittlerweile sogar als kaltherzig bezeichnen.
Dies liegt natürlich an der großen Schauspielkunst eines Al Pacino und der Rest der Truppe gliedert sich da wieder nahtlos ein. Auch Robert de Niro gelingt es vorzüglich, uns den jungen Vito Corleone näher zu bringen, teilweise auch mit einer Portion Humor. Man nehme nur die Teppich-Szene, einfach köstlich.

Die Story bleibt weiterhin komplex, man wird aber nicht mehr von Dutzenden Namen oder Personen überrannt wie in Teil 1. Durch die Aufsplittung der Story wird auch dieser Film nie langweilig, denn an einer spannenden Stelle geht man über zum anderen Handlungsstrang, erfährt ort einiges und wird dort wieder an einer interessanten Stelle zur anderen Handlung geführt. So erleben wir zeitgleich, wie Vito Corleone als Kind nach dem brutalen Tod seiner Mutter in Amerika ankommt, und dort langsam aber sich ein kleines Imperium aufbaut. Ferner sehen wir weiter Michaels Rundumschlag innerhalb der Szene, die selbst vor Senatoren nicht halt macht. Und selbst vor Gericht hat Michael immer wieder ein As im Ärmel.


Fazit: Was soll man hier lange schwätzen, der Pate Teil 2 ist genau so ein Klassiker wie Teil 1 und muss unbedingt angeschaut werden. Am Stück genommen erleben wir hier knapp 6 Stunden das Leben der Familie Corleone, der Aufstieg von Vito, seinen Tod und die neue Machtübernahme seines Sohnes mit unbegreiflicher Brutalität. Ein Klassiker, anschauen, mehr ist nicht zu sagen.

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