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Achtung: Leichte Spoiler!

Der neueste Beitrag zur TCM-Reihe beginnt erst mal mit etwas Altem, denn ganz zu Anfang bekommt man zunächst diverse Szenen aus dem ersten Teil von Tobe Hooper präsentiert - quasi ein "TCM in drei Minuten". Nach Sallys Flucht folgt dann die erste neue Szene, in welcher der Sheriff samt Lynchmob im Schlepptau vor dem Haus der Sawyers vorfährt. Das Haus der Sawyers ist plötzlich überraschend gut bewohnt. Woher all die neuen Familienmitglieder kommen, erfährt man nicht. Ist aber auch nicht weiter wichtig, denn kaum eine Minute später werden sie auch schon alle abgemurkst. Einzig der versteckte Leatherface überlebt. Und dann ist da noch ein Baby, das ebenfalls zur Sawyer-Familie gehört, jedoch verschont wird, weil sich ein zum Lynchmob gehöriges Ehepaar, das keine Kinder bekommen kann, spontan zur "Adoption" entschließt.
Hat man diesen Teil der Geschichte hinter sich gebracht, wechselt der Film in die Gegenwart. Wobei das nicht so wirklich klar ist, denn das seinerzeit "adoptierte" Mädel müsste dann schon Ende 30 sein, was jedoch nicht der Fall ist. Dennoch kommen im Film ab diesem Zeitpunkt moderne elektronische Geräte wie Smartphones vor. Wirklich schlüssig ist dieser Umstand jedenfalls nicht. Wie dem auch sei: Das Mädel von damals ist inzwischen erwachsen geworden und erhält überraschend Nachricht vom Tod ihrer (leiblichen) Großmutter, von der sie bis zu diesem Zeitpunkt nichts wusste. Aufgebracht darüber, dass ihre "Adoptiveltern" sie ihr Leben lang belogen haben, beschließt sie mit drei Freunden nach Texas zu fahren, um sich das Anwesen, das sie von ihrer Großmutter geerbt hat, mal näher anzusehen. Das nette Anwesen bzw. dessen Keller ist jedoch leider nicht ganz unbewohnt...

Tja, das ist er nun. Der neueste Streich der TCM-Saga, der inhaltlich an den ersten Teil von Tobe Hooper anschließen soll. Wirklich schlüssig gelingt das den Machern - wie schon oben beschrieben - nicht, denn der "Zeitstrahl" passt hinten und vorne nicht. Hinzu kommt, dass das Drehbuch bzw. die Geschichte mehr oder weniger totaler Murks sind. Alles wirkt total konstruiert und an den Haaren herbeigezogen. Die recht schwachen Darsteller werten die verkorkste Story auch nicht weiter auf. Teilweise reiht sich wirklich eine Ungereimtheit an die nächste. In einer Szene hat der zu diesem Zeitpunkt noch lebende Teil der Gruppe auf der Flucht vor Leatherface einen Unfall mit dem Auto. Sie bleiben quasi in nächster Nähe zum Anwesen der Großmutter liegen. Als die Protagonistin dann in den Wald rennt, stößt sie nach knapp hundert Metern plötzlich auf eine Kirmes mitten im Nirgendwo, von der man vorher nichts gehört und nichts gesehen hat. WTF!? Aber selbst dieser an sich interessante Schauplatz wird total verschenkt.
Was Effekte und Make-up angeht, reißt der Film auch nicht mehr wirklich was raus. Der neue Look von Leatherface hat mir persönlich überhaupt nicht zugesagt und die hier und da eingestreuten Goreeffekte kommen alle total selbstzweckhaft rüber. Als eines der Opfer von Leatherface auf einem Fleischerhaken aufgehängt wird und diesem danach ins Gesicht grabscht, rastet Leatherface direkt komplett aus und zerteilt sein frisch aufgehängtes Opfer voller Wut in der Mitte mit der Kettensäge. Das fand ich - Blut und Gemetzel hin oder her - zum Beispiel total hohl und lächerlich. Zum Ende hin wird es dann vollkommen klischeehaft und unglaubwürdig und der Film geht endgültig baden.

Zusammengefasst kann man sagen, das "Texas Chainsaw 3D" leider nichts weiter ist als ein gewaltiger Haufen Sch**ße. (Wer "The Next Generation" bisher für übel hielt, der wird diesen Teil spätestens jetzt zu schätzen wissen.) Das Drehbuch ist Schrott, die Darsteller sind Mist und die ganze Schose ist dabei weder atmosphärisch noch spannend. Ich kann nur hoffen, dass wir bei TCM von weiteren Sequels dieser Art - die abhängig vom Erfolg des Films bereits angedroht wurden - verschont bleiben, denn wenn die genau so aussehen wie dieser Stinker hier, dann braucht die kein Mensch.

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