Kaum jemand dürfte heutzutage noch wissen, dass eine Kettensäge ursprünglich dafür gedacht war Bäume umzunieten und nicht etwa Körperteile vom Rest des Opfers zu trennen.
Und was der nunmehr siebte Streifen des Franchises wie alle anderen fehlerhaft suggeriert: Hin und wieder sollte so ein Ding geölt und Benzin nachgefüllt werden, wobei – ein wenig mehr Zunder hätte dem Streifen sichtlich wohlgetan.
Heather (Alexandra Daddario) erbt völlig unerwartet ein Haus von ihrer unbekannten Oma und erfährt, dass sie in Wahrheit adoptiert wurde und die letzte des Sawyer Clans ist. Kurzerhand reist sie mit einigen Freunden nach Texas, wo man ein opulentes Herrenhaus vorfindet. Nur ist man hier nicht gänzlich allein im Haus…
Die ersten Minuten suggerieren eine nahtlose Fortsetzung direkt nach dem Original, nur dass die mittlerweile erwachsene Heather bereits vierzig statt Ende zwanzig sein müsste. Der Vorlauf gestaltet sich indes recht klischeebeladen, da der obligatorische Halt an der Tanke ebenso enthalten ist wie ein ominöser Anhalter mit schlechten Hintergedanken. Hinzu kommt ein Anwalt, eine dubiose Sheriffsippe und natürlich Leatherface, der irgendwo in einem Verschlag im Weinkeller hauste und regelmäßig mit Nahrung versorgt wurde.
Der Kerl bringt zwar ein üppiges Volumen auf die Waage, doch allzu kreativ ausgereift sieht Hautschicht über dem Bärtchen des Hünen nicht aus, obgleich die Maske ansonsten gute Arbeit liefert. Die Kettensäge triumphiert als primäres Mordwerkzeug natürlich einige Male, doch die Dominanz der CGI übt keinen positiven Einfluss auf die angestrebt morbide Atmosphäre aus, auch wenn es einige Körperteilungen, abgesäbelte Hände, ein Beil im Rücken und einen überfahrenen Körper zu sehen gibt.
Immerhin ist das Erzähltempo ab Filmmitte konstant hoch, es kommt zu einigen Verfolgungen und Konfrontationen, während sich Alexandra Daddario redlich Mühe gibt, einen authentischen Part zwischen Kampfgeist, Mitgefühl und Verzweiflung zu performen, was aufgrund des von Logiklöchern zerfressenen Drehbuches gar nicht so einfach ist.
Auch sonst fallen die Figuren eher ein wenig blass und unausgegoren aus, lediglich Richard Riehle als sympathischer Anwalt und Bill Mosely als einer der Sawyers können in kleinen Nebenrollen brillieren.
Ansonsten fällt der 3D Effekt eigentlich nur aufgrund einer geworfenen Kettensäge auf, eine Blutspur ist so lang, als hätte man drei frisch erlegte Kälber hinter sich hergeschleift und am Ende ist das Verschieben der Sympathien durchaus löblich zu erwähnen, wenn auch abermals einige Unwahrscheinlichkeiten mitschwingen. Der Gag nach den End Credits fällt zwar nicht weiter ins Gewicht, bildet jedoch einen abgerundeten Abschluss eines durchwachsenen Streifens.
Das gnadenlos Dreckige, unverhohlen Unbarmherzige weicht ein wenig unkreativer Willkür, einigen Klischees und so manch irrationaler Verhaltensweise.
Das ist so einigermaßen ansprechend, manchmal sogar etwas spannend, doch zu keiner Zeit originell und vor allem kaum atmosphärisch.
Für Freunde der Serie ein kurzweiliger Akt, wer jedoch die morbide Seele des Originals erwartet, sollte sich eventuell bis zum möglichen achten Teil gedulden.
5,5 von 10