Review

Texas Chainsaw 3D

Direkt nach den Geschehnissen des ersten Teils versammelt sich ein Lynchmob vor dem Hause der Familie Sawyer, um den kannibalistischen Hinterwäldlern den Garaus zu machen. Einige Jahrzehnte gehen ins Land und eine junge Dame aus der Großstadt erbt dieses alte Anwesen uns reist nach Texas. Dort wohnt allerdings noch Leatherface, der im Gegensatz zur restlichen Familie quicklebendig ist.

Das Texas Chainsaw Massacre Franchise ist bei weitem nicht das Übersichtlichste und Durchschaubarste. Mit "Texas Chainsaw 3D" hat man es nicht mit der Timelime der Remakes, sondern mit einer Art direkter Fortsetzung zu tun, die wohl das Erbe des Originals antreten soll.

Es verwundert nicht, dass der dreckige, menschenverachtende Charme des Originals in dieser weitaus glatteren Verfilmung nicht aufzufinden ist. Dennoch sind die Sets stellenweise angenehm düster und stimmig gehalten, was dem Film alles in allem gut zu Gesicht steht. Die erste halbe Stunde dümpelt belanglos vor sich hin und stellt die absolut furchtbaren Charaktere vor, bis es dann im alten Sawyer-Haus so langsam herber zur Sache geht.

Hier darf sich der geneigte Fan auf einige wirklich knackige Splattereffekte freuen, die "Texas Chainsaw 3D" signifikant aufwerten. Auch wenn man nicht an manch modernen Torture Porn oder das doch sehr harte Prequel zum Remake herankommt, dürfen die Kettensäge, der Hammer und die Axt doch sehr fröhlich und frei ihre Arbeit verrichten, wobei die Kamera auch gerne genüsslich draufhält. Wirklich morbiden Kannibalismus wie im Original findet man hier nicht wirklich, dafür wirkt das Geschehen slasheriger. Sei es drum.

Leider überwiegen die handfesten Mängel bei Weitem. Nach der durchaus gelungenen ersten Eskalation im Haus verlagert sich der Schwerpunkt auf die selten dämliche Story rund um Selbstjustiz und den korrupten Polizeiapparat der Stadt, was irgendwann nur noch nervt. Auch verliert der Film hier extrem an Fahrt. Dass die Charaktere wirklich allesamt absolut unerträglich sind, hilft auch nicht wirklich, da irgendwie auch kein „endlich ist er weggemetzelt worden“-Feeling aufkommt, das man aus „Friday the 13th“ und Konsorten kennt. Die Darstellung von Leatherface und die Art, in der er mit der Hauptdarstellerin interagiert werden manche wohl total bescheuert, andere aber wiederum innovativ finden. So oder so verbaut es auch einiges an Spannung, was hier als einziger Kritikpunkt diesbezüglich angebracht werden soll.

Fazit: „Texas Chainsaw 3D“ verbindet einige starke Einfälle mit viel zu vielen Fehlentscheidungen im Bereich Pacing und Nebenhandlung, die in der Mischung einen eher faden Film ergeben. An sich ist das Teil totaler Durchschnitt, aber einen Bonuspunkt gibt es für einige der wirklich gut gemachten Kills (wie zB die Kettensäge, die den einen Kerl in zwei Teile schneidet) und die stellenweise wirklich gelungene Darstellung von Leatherface, den man bei einer sehr schmerzhaften Maskenherstellung bewundern darf.

6 / 10




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