Review

kurz angerissen*

Seine „Scary Movie“-Reihe hat man Damon Wayans weggenommen und sie zur allgemeinen Blockbuster-Verwurstung ohne spezifische Genrezugehörigkeit oder allzu viel Biss umfunktioniert. Also galt es wohl, eine neue zu gründen, um sich von den „Scary Movies“ zu distanzieren. Dass diese Franchise ungeachtet des im gleichen Jahr nachgeschobenen fünften Teils eigentlich längst verendet ist, soll den Gründervater in seinem Ehrgeiz nicht stoppen.

Dass wiederum Filme mit dem „Movie“-Suffix seit „Date“, „Superhero“, „Disaster“, „Fantastic“, ja gar „10 Gebote“ und „Not Another Teen“ längst keiner kulturellen Einbettung mehr unterzogen werden, da man sie, wenn überhaupt, quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit konsumiert, scheint den deutschen Verleih nicht zu stören; man verspricht sich von der „Scary Movie“-Marke offenbar immer noch einiges, was schon viel über das Genre der Spoof-Komödien aussagt.
Und leider kam es, wie es kommen musste – nachdem schon der Begriff „Found Footage“ inzwischen so sympathisch klingt wie „Müllinsel im Pazifik“, muss Wayans diese kosteneffektive Steilvorlage selbstverständlich ergreifen, so dass auch geringe Zuschauerzahlen die Produktionskosten x-fach decken. Dass die „Paranormal Activity“-Franchise aber längst ihre eigene Parodie ist und einen Wayans genau genommen überhaupt nicht benötigt, wird entweder nicht realisiert oder als irrelevant wahrgenommen.

Wayans-Freunde kommen aber bestimmt trotzdem auf ihre Kosten, denn der zugeballerte Kifferhumor erinnert schlagartig wieder an die ersten beiden „Scary Movie“-Teile, nur dass man der Wayans-Posse im gereiften Alter den bodenlos verdummten Kack- und Kifferhumor viel weniger Verständnis aufbringen kann.

Und selbst wenn man seine durchaus gerechtfertigte Freude damit hat, einen Abend auf der Couch zu verbringen und dabei zuzusehen, wie der Hauptdarsteller es in einer beispiellosen Selbstdemontage voller fehlgeleitetem Ehrgeiz mit Stofftieren treibt, wie er uns also ein X für ein Y vormacht und in gewisser Weise den direkten Bezug zu den parodierten Filmen illustriert, ja selbst dann lässt sich deren schwache Verknüpfung nicht wegdiskutieren.

Und dabei ist Wayans neben seiner Filmgattin (Essence Atkins) sogar das einsame Highlight; wenn man eine Besetzungsliste mit Namen wie Cedric The Entertainer, Affion Crockett und weißen Erfüllungsgehilfen wie David Koechner, Dave Sheridan oder Nick Swardson liest, sollte man ohnehin die Flucht ergreifen.

*weitere Informationen: siehe Profil

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