Der nordischen Mythologie nach ist Mara eine weibliche Erscheinung, die Menschen in ihren Träumen verfolgt, was eventuell auf den Begriff Nachtmahr als veraltete Bezeichnung für Alptraum schließen lässt, - also Freddy Krüger auf schwedisch.
Warum es allerdings gleich drei Regisseure benötigt, um ein Model durch ein Haus tapsen zu lassen, erschließt sich nicht unbedingt, denn viel mehr geschieht über weite Teile leider nicht.
Jenny (Angelica Jansson) wollte im Sommerhaus ihrer Cousine Cissi und drei weiteren Freunden eigentlich nur ein wenig abhängen und damit ihrem Kindheitstrauma entgegenwirken. Denn in jenem Haus tötete Jennys depressive Mutter vor zehn Jahren ihren Vater, seither wird sie von Alpträumen verfolgt. Nun scheint es, dass ihre Mutter zurück sei und den Anwesenden nach dem Leben trachtet...
Die Erzählung ist in eine Rahmenhandlung eingebettet, denn Jenny erscheint mit einem blutdurchtränktem T-Shirt auf dem Revier und wird von einem Polizisten in einem auffallend schummrigen Raum zu den Vorkommnissen der letzten Stunden befragt. Daraufhin kommt es zu einigen Flashbacks, welche wiederum den Hauptteil der Handlung markieren, auch wenn der Zeitsprung in die Kindheit lediglich dazu dient, die Umstände des Mordes zu dokumentieren. Leider sind die Figurenzeichnungen äußerst schwach ausgefallen, denn innerhalb der Gruppe entsteht weder eine Dynamik, noch erscheint überhaupt jemand sympathisch, während Jenny die meiste Zeit geistesabwesend ins Leere starrt.
Was demgegenüber relativ schnell punktet ist die Sounduntermalung, welche einen fast latent anhaltenden Klangteppich aus Hüllkurven bildet, jedoch nie vordergründig oder gar zu laut eingebunden wird, so dass sich eine leicht surreale Atmosphäre aufbaut, welche durch einige stimmige Außenaufnahmen rund ums Haus und im angrenzenden Wald verstärkt wird.
Das eigentliche Problem ist jedoch die Inhaltslosigkeit, die sich im Mittelteil breit macht.
Denn ab einem gewissen Zeitpunkt heißt es: Jenny allein zu Haus. Die anderen vier scheinen wie vom Erdboden verschluckt, ab und an schrillt ein altes Telefon mit Wählscheibe, Jenny geht einem Geräusch nach, latscht einmal durch den Wald und sperrt sich kurzfristig aus, aber eine Bedrohung scheint kaum griffig, denn eine kurze Erscheinung oder ein vorbei huschender Schatten dürften Genrefreunde wohl kaum mehr von den Sitzen hochschnellen lassen.
Letztlich steht und fällt mal wieder alles mit der Auflösung des Ganzen und dabei kommt es immerhin zu einem Kompromiss, da es nicht bei einem Twist bleibt und die letzten Einstellungen zumindest ein wenig versöhnen, was die allgemeine Vorhersehbarkeit betrifft.
Ein Aha-Erlebnis stellt sich allerdings nicht ein, denn dafür ist das Sujet zu minimal und übersichtlich gehalten, was ergo keine sonderlich anspruchsvolle Aufgabe für Ratefüchse darstellen dürfte.
Ansonsten macht Hauptdarstellerin Angelica Jansson nicht nur als Model eine gute Figur, - sie performt im Gegensatz zu den übrigen Mimen sogar halbwegs nuanciert und wurde von den drei Regisseuren wahrscheinlich inständig gebeten, einmal unter der Dusche blank zu ziehen, was die Qualität des Streifens allerdings nur geringfügig aufwertet.
Denn dieser bietet inhaltlich zu wenig Abwechslung, bis auf angedeutete Messerstiche keinerlei Gewalteffekte und auf der Habenseite einige atmosphärische Einstellungen und eine passable Auflösung.
Eigentlich Stoff für einen Kurzfilm, denn im Nachhinein betrachtet fühlen sich die gerade mal 77 Minuten Laufzeit deutlich länger an...
4 von 10