Review

Hanekesches Formelkino: bürgerliche Verlogenheit hoch x

Mit der von Michael Haneke als so uninteressant empfundenen Ironie könnte ich "Der siebente Kontinent", seinen ersten großen Film, sarkastisch als Versuch einer Beweisführung beschreiben, dass nämlich seichter 80er-Jahre-Pop und österreichische Nachrichtensendungen im Radio den Untergang der Kleinfamilie bedeuten. Andererseits: warum, Herr Haneke, haben die Eltern nicht einfach um- statt endgültig abgeschaltet? Zugegeben, mir ist die hier so exzessiv vorgetragene Sprachlosigkeit in bürgerlichen Familien zwar nach wie vor fremd, nachdem ich aber "Der Untergang" des bösen Kommerziellen Bernd Eichinger gesehen habe, weiß ich an wem mich die ihr Kind ermordenden Freitod-Eltern hier zu erinnern haben: an Magda und Josef Goebbels höchst persönlich! Und zum Abschluß, eine Ungeheuerlichkeit und echten Grund weshalb sie diese Rezension nirgends lesen könnten - ein indirekter Todeswunsch, aus mentalhygienischen Gründen, um der ganzen Heuchelei die jeden Haneke-Film inne wohnt, selbst der bloßen Kritik eines solchen, wieder Herr zu werden: wenn das Radio einmal vom hoffentlich unfreiwilligen Ableben Herrn Hanekes berichtet und ich das noch erleben darf, dann werde ich bestimmt schmunzeln, und zwar ungestraft, handlungsfrei, als guter und lieber Mensch, und als Fiktion! Oder? Meine Freundin meinte mal zu mir "ich darf hassen": ja, Herrn Haneke, unter anderem...

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