Der skurrile Dr. Sayer (Robin Williams) kann bislang wenig Erfolge in seinem Berufsleben vorweisen, vornehmlich in seiner Eigenschaft als Misanthrop begründet. Er benötigt so dringend einen Job, dass er den ungeliebtesten der ganzen Psychiatrie annimmt: bei den als unheilbar geltenden chronisch Kranken. Frustriert, nicht helfen zu können, stellt er schnell fest: "Die werden mich feuern. Naja, macht nichts, dann studier ich eben wieder."
Doch so leicht gibt der Mann nicht auf, ist er doch eher Forscher denn Mediziner. Und genau das hilft dem Arzt bald weiter: Er erforscht eine besondere Spezies seiner Kranken. Bei komatös wirkenden Patienten, vermeintlich ohne eigenen Willen, von anderen Ärzten scherzhaft "Statuen" genannt, versucht Sayer die tot wirkenden ins Leben zurück zu holen.
Verschiedene Therapien rufen zumindest kleine Reaktionen bei den Kranken hervor, doch der Durchbruch gelingt Sayer erst mit der Verabreichung einer neuen Droge, die bei an Parkinson Erkrankten Erfolge zeigte. Sayer beginnt bei Leonard (Robert de Niro), der tatsächlich darauf anspricht und bald genesen scheint.
Der Film basiert auf einer wahren Begebenheit aus dem Jahr 1969 und zeigt liebevoll den Umgang Sayers mit seinen Patienten auf, nicht zuletzt auch die eigenen Probleme des Doktors darstellend. Beide Schauspieler glänzen in ihren Rollen, Robin Williams als verschüchtert und unsicher wirkender Arzt, der so gar nicht gerne in diese Umgebung hineingeworfen wurde, ebenso wie Robert de Niro, der die Ticks und Marotten des Leonard so perfekt wiedergibt, dass man fast bezweifelt er spiele diese Rolle nur. Wieder einmal mehr beweist de Niro seine phantastische Gabe der Wandlungsfähigkeit und mimt den Kranken so glaubhaft, dass in keiner Sekunde Zweifel ob der Glaubwürdigkeit aufkommt, die Rolle nie lächerlich oder übertrieben wirkt und das gesamte Verhaltensmuster des Patienten eher als Dokumentation durchgehen würde.
Der Film ist ein Meisterwerk in einem eigenen Genre, ganz im Stil von Kubrick's "Einer flog übers Kuckucksnest". Doch im Gegensatz zu Jack Nicholson spielt Robert de Niro eher die sanften Töne und glänzt mit seiner leisen und doch stark präsenten Art. "Zeit des Erwachens" ist ein leider recht unbekannter Hit, der mehr Popularität vertragen würde, nicht nur beim PC-Game-Altklassiker "Mad TV".
(8/10)