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<![endif]-->Kurzzeitiger Wechsel vom taiwanesischen Regisseur Jin Ao-xun von einer Obrigkeit in die andere, allerdings mit ähnlicher Zielsetzung und ähnlichen Instanzen. Jin, der seit Anbeginn seiner Laufbahn sich mehr oder minder mit dem Militär in unterschiedlichen Ausprägungen, startend von Mission Over the Eagle Castle (1980), The Z Men (1982), Happy Days in the Army (1982) und fortführend in seiner Karriere beschäftigt hat, macht hier den vorübergehend Sprung von den Soldaten zum Hüter von Gesetz und Ordnung, dem ebenfalls vom Staat beauftragten, aber auch in Friedens- und Ruhezeiten nötigen Polizisten an sich. Auch hier steht das Training und Drill, die Ausbildung nicht im Regiment, sondern in der Akademie an erster Stelle und folgt die moralische Entwicklung an zweiter zugleich, bevor man den Gangstern die Handschellen als schmückendes Kleidungsstück verpasst:
Aus verschiedenen Gründen, die von Rache über Geld bis zum ehrbaren Willen des Schutzes der Zivilisten reichen, haben sich eine Reihe von jungen Männern für die Polizeiakademie zur Ausbildung [ unter Aufsicht von Urgestein O Chun-hung ] angemeldet. Die Kadetten wie Lin Din-bong [ Tok Chung-wa ], Ah Kuo [ Cheung Sai ], Sze Chuen [ Shi Hsiao-rong ] udn Mu Chien [ Law Shut-fung ] eint dabei während und nach der Lehre der Willen der unbedingten Loyalität miteinander und Freundschaft füreinander, was der spätere Vorgesetzte in der Praxis [ Lee Chi-kei ] mit einem lachenden, eine skrupellos um sich wütende Gangsterbande [ geführt von Philip So ] allerdings mit einem weinenden Auge sieht.
Dankbar kann man dabei von diesem Wechsel von der Kadettenschule hinweg zum realen Leben auf der Straße und so der im Film durchaus vordergründig in Augenschein genommenen Umsetzung von Theorie und Praxis und dem by-the-book angesichts tatsächlicher Probleme und Umsetzungen sein. Zwar wird auch hier die Propaganda bzw. die Lobhudelei auf die Organisation, seine uniforme Einheit und die anonyme Masse dahinter geschwungen, die Moral und die Ethik und der Wert dieser Art von Laufbahn ausführlich erklärt, gestaltet man sich allerdings bald als Action-Krimi in traditioneller Natur. Zwischendurch wird in dieser Werbeveranstaltung für den Polizeidienst auf so durchaus verschiedene Weise und Wege für die Anheuerung des Nachwuchs gesucht, steht neben all der Abenteuerlichkeit der Handlung, die in einem langen Showdown aus der B - Action - und Bloodshed - Welle aus der damaligen Zeit mündet, auch meist die Bebilderung der Menschlichkeit, bzw. hier eher der Emotionalität im Sinn.
Während auf der einen Seite Kinder für die späteren Jahre und den Berufswunsch inspiriert werden, wird den heiratswilligen, aber noch unsicheren Frauen die Aussicht auf einen hehren Mann mit unbedingt ehrbaren Absichten, Jemand mit Wichtigkeit und Anstand versprochen; was auch noch zögernde Schwiegereltern dann schnell überstimmt. Einfach gestrickte Weisheiten, in einer einfach erzählten, und einfach inszenierten Behandlung, die sich an Genremotiven entlanghangelt, aber die Deutungshoheit und den eigentliche Auftrag von Förderung und Forderung nicht vergisst. Gelernt ist dann doch gelernt, hat sich Jin kurz zuvor auf ebensolchen Aktivitäten wieder in seinem Lieblingsmetier, mit Yes, Sir! (1988) und Yes, Sir! 2 (1989) zur Genüge und hiernach ab 1994-1997 noch einmal ausführlich mit diesem kollektiven Programm auserprobt.[Quasi das ernste Gegenstück zu den Erzeugnissen des dies veralbernden, aber ansonsten auch in die gleiche Kerbe schlagenden Kollegen und Mitstreiters Kevin Chu Yen-ping].
Lösen tut der Film den Zwiespalt aus Anspruch der Erfüllung der Rekrutierungsabsicht, der gelinden Unterhaltung und der Instrumentalisierung von Effekten und Affekten (inklusiver finaler Verfolgungsjagd der ganzen Staatsgewalt und Dauerfeuer aus allen Rohren) dabei auf schon sichere, da dies eben zeitweise splittend, zeitweise miteinander verwirbelnde Weise. So wird der Undercover- und Observationseinsatz von Lin dem schlichten Regeln der Verkehrs durch Mu und Che gegenüber gestellt, und erst durch das Verbrechen und die spätere Bekämpfung der auch mit entsprechenden Übeltäter aufgebauten Kriminalität wieder vereint. Zwischenzeitlich wird der Zuschauer alles andere als auf die Spannungsfolter geschraubt, aber auch nicht mit zu derben Sermon von der Bedeutung malträtiert, sondern durch eher ruhiges Feld von diversen Beziehungen, zwischen komödien- und dramenhaft geführt. Der Blick auf die Männerfreundschaften entweder von der Kindheit an, oder dann auch in der Polizeischule gleich, die Zustellung der Lehrmeister und Ersatzväter in Ausbilder und Führungskraft, das Familiäre darin, die erste zarte Liebe zwischen dem jungen Absolventen und der wegen Ordnungswidrigkeit aufgegriffenen Rebellin; ein Kosmos der filmischen 'Natürlichkeit', dessen Mittel zum Zweck in dieser Abgedämpftheit eher aus dem Fernsehfilm und nicht dem Kino stammt, und die ganze Überzeugung nicht mit dem krachenden Gejohle und Pathos, sondern mit leiser Begeisterung für seine potentielle Anhängerschar vorführt. Darstellerisch und dramaturgisch auf gleichso unscheinbaren Level angesiedelt, mit manch Einstellungen und Motiven, die sich in ihrer Gesamtheit eher älter, hausbackener anfühlen, als das Entstehungsjahr 1990 mittlerweile tatsächlich ist.