Regisseur Gus van Sant steht für unkonventionelles Kino und selbst seine bekanntesten Filme wie MY PRIVATE IDAHO, ELEFANT, LAST DAYS sind normalen Kinogängern nicht bekannt. Eher Cineasten, und das ist auch gut so. GOOD WILL HUNTING machte da sicherlich eine Ausnahme. Und auch wie dort spielt Matt Demon wieder mit in PROMISED LAND. Dieser ist zwar in das Gewand eines Politdrama gekleidet zum Thema Ölkonzerne und deren Methode des "Fracking" und der Kampf von ökologischer Seite dagegen.
In einem Satz möchte ich PROMISED LAND als gelungenes, für van Sant Verhältnisse relativ konventionelles, Drama nicht ohne Schwächen bezeichnen, welches mittels eines nicht steigerbar aktuellen Themas und guter Dramaturgie den Zuschauer gut in die Geschichte eintauchen lässt. Im Gegensatz zum oben gesagten, wird in PROMISED LAND In tieferen Schichten auch sehr schön der Konflikt zwischen der amerikanischen Kernidentität der Wirtschaftsliberalität, der Macht der Konzerne und die Auswirkungen auf andere wirtschaftliche und gesellschaftliche Segmente aufgezeigt.
Matt Demon spielt hier nicht den vordergründig Guten, sondern Steve Butler der mit seiner Mitarbeiterin Sue (Frances McDormand) im Auftrag einer Gasfirma die Menschen von diesem Vorhaben überzeugen müssen. Dass es sich um Fracking handelt wird aber verschwiegen….. Es beginnt auch gleich mit einer Großaufnahme von Demons Gesicht und an der ruhigen Kameraführung und an den konzentrierten Bildausschnitten wird man gleich in die Geschichte aufgesogen.
Schauspielerisch gibt es wenig auszusetzen, hier weiß van Sant genau wie er keine Ausfälle produziert. Es gibt eine Menge guter und scharfer Dialoge und auch hier weiß er wie man das Cineasten-Herz zufriedenstellt. Insgesamt geht es um die Überzeugungsarbeit und die Meinungsführerschaft im betroffenen Dorf und die wird sehr gut herausgearbeitet. Dass es dabei nicht nur um die argumentativen Inhalte, sondern auch die kommunikative Verpackung geht wird auch deutlich.
Der Twist am Ende wäre nicht notwenig gewesen, aber in der Summe überzeugt PROMISED LAND durch seine Message im Sinne eines "Sei politisch und kämpfe auch bei scheinbarer Unterlegenheit stets für deine Sache". Auch wenn hier und da durch Blicke, Gesten und Worte konventionellem Hollywood-Pathos gehuldigt wird, überzeugt die reife und gelassene Vorstellung von PROMISED LAND. Deswegen gibt es gut gemeinte
6/10 Punkten