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Demi Moore spielt eine Verdächtige, die bei der Polizei aussagt, wie sie und eine Freundin, gespielt von Glenne Headly, deren Ehemann, gespielt von Bruce Willis, töteten und anschließend die Leiche entsorgten, dabei verstrickt sie sich unter der Beobachten eines wachsamen Polizisten, gespielt von Harvey Keitel, teilweise in Widersprüchen.

Da Demi Moore schauspielerisch bis auf wenige Ausnahmen wie "Ghost - Nachricht von Sam" kaum glänzen konnte, wollte sie wohl selbst mal einen Film produzieren und besetzte sich selbst mit der Hauptrolle und holte sich ihren damaligen Ehemann Bruce Willis mit ins Boot. Was dabei herauskam ist leider nicht mehr als ein mittelmäßiges Star-Vehikel, dass von Anfang bis Ende mit konventionellen Mitteln zu unterhalten versucht und viel zu eng in den altbekannten Handlungsbahnen des Genres bleibt.

Der Erzählstil mit dem Verhör Moores und den aufgezeigten Rückblenden entpuppt sich zunächst einmal auf gute Idee, da Regisseur Alan Rudoph das Tempo so aufrecht erhalten kann und die 0815-Handlung wenigstens solide serviert. Das Verhör ist dabei gut gemacht und von Moore solide, wenn auch nicht gerade perfekt gespielt. Im Endeffekt ist es hier der starke Harvey Keitel, der mit seinen provokanten Fragen und seinem starken Spiel mit misstrauischem und durchbohrenden Blick eine gute Vorstellung abliefert, der dafür sorgt, dass der Film nicht hängen bleibt und ein gewisses Interesse aufrecht erhält.

Die Rückblenden sind aber nicht so überzeugend und bremsen den Film über weite Strecken aus. Bruce Willis versucht als überheblicher, proletenhafter und brutaler Macho zu überzeugen, das funktioniert leider nicht, da er darstellerisch unter seinen Möglichkeiten bleibt, auch wenn er solide spielt, und nach seinen sympathischen Helden-Rollen in "Stirb langsam" und "Das Model und der Schnüffler" nicht das perfekte Feindbild abliefert, da er allseits beliebt ist und deshalb nicht authentisch rüberkommt. Dies ist natürlich nicht die Schuld des Action-Helden, sondern eher die von Moore, die ihren Mann wohl auch unter dem Preis einer Fehlbesetzung in dem Film haben wollte. Anfangs wird dann erst einmal langsam aufgezeigt, was für ein Arschloch Willis eigentlich ist und dabei wird zu viel Leerlauf produziert, da dieselben Situationen zu oft aufgezeigt werden.

Zum Ende hin wird die Story zunehmend vorhersehbarer und häuft immer mehr Stereotypen an, sodass der Film auch weiterhin keine Spannung aufbauen kann und während die Verhöre relativ unterhaltsam gemacht sind, bleiben die Rückblenden langweilig und bremsen den Film dauernd aus. Immerhin überzeugt Glenne Hedaly dabei mit einer sympathischen Darstellung und stellt die Hilflosigkeit ihrer Figur überzeugend dar. Durch die blasse und klischeehafte Charakterkonstruktion bleibt der Film bis zum Ende im konventionellen Rahmen und kann so weder Spannung noch Dramatik aufbauen, zumal Rudolph mit der unauffälligen Filmmusik kaum eine gespannte Atmosphäre erzeugen kann. Das Ende überrascht am Rande und bringt den Film wenigstens noch ins Mittelmaß, mehr aber auch nicht.

Fazit:
Mit einem soliden Cast, einer konventionellen Story und einer mittelmäßigen Inszenierung ist "Tödliche Gedanken" ein dürftiger Thriller, ohne den sich die Welt definitiv auch weitergedreht hätte.

49%

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