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Natürlich stellen die Weihnachtstage eine Besonderheit für Freunde des Slashers dar, denn einerseits wird die ach so besinnliche Stimmung jäh zerrissen und andererseits bietet sich die Möglichkeit, beim lauschigen Beisammensein gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Der britische Regisseur James Plumb lässt sein Remake ebenfalls Ende Dezember spielen, nur kommt dieses so austauschbar daher wie die breite Masse, die uns bereits in den Achtzigern kaum mehr interessierte.

An Heiligabend im Jahre 1987 verstirbt der wohlhabende Wilfred Butler an den Folgen eines Brandunfalls, seither steht das kleine Anwesen leer. Sein einziger Erbe Jeffrey will das Haus Jahrzehnte später per Anwalt verkaufen, doch ein maskierter Killer ist bereits auf dem Weg, um dies zu verhindern...

Optisch als auch inhaltlich kommt das schnörkellose Werk wie eine kleine Zeitreise daher, in der lediglich am Rande Handys erwähnt werden und bei der alles andere zwischen zeitlos und angestaubt einzuordnen ist. Das Einrichtung des Hauses blieb seit den Achtzigern unverändert, Kleidung und Frisuren einiger Protagonisten wirken alles andere als zeitgemäß und auch die trübe Optik suggeriert beinahe einen VHS-Effekt, welcher durch düstere Umgebungen und einige Unschärfen noch verstärkt wird.

Leider findet sich lange Zeit kein potentieller Held, da der Killer zunächst reihum abschlachtet und erst im letzten Drittel eine junge Reporterin aktiv wird, welche allerdings eine viel zu oberflächliche Figurenzeichnung erhält.
Auch das Miträtseln um die Identität des Peinigers gerät recht überschaubar, da der Kreis der Verdächtigen rasch dezimiert wird und ähnliche Familientragödien bereits sehr ähnliche Twists zum Vorschein brachten, sofern man nicht sogar noch das Original von 1974 im Hinterkopf hat.

Diverse Ableben würde man als Genrefreund gerne zu den Highlights zählen, doch auch wenn die handgemachten Effekte okay aussehen, so wird eine gewisse Kreativität als auch der Mut zum Expliziten zuweilen deutlich vermisst.
Es gibt zwar eine Axt im Rücken, einen zertrümmerten Schädel, eine Schaufel in der Stirn und heraushängende Innereien, doch anderweitig müssen in einigen Szenen Blutspritzer auf Kameraobjektiv oder Requisiten ausreichen, um die etwaige Tat anzudeuten.

Der vermummte Killer kommt indes sehr austauschbar daher und auch die verstellte Stimme verbreitet keinen wirklichen Schrecken. Immerhin stranguliert dieser auch mal mit einer kleinen Lichterkette, denn ansonsten ist von dem weihnachtlichen Umständen nicht allzu viel zu spüren, während allenfalls die teils menschenleeren Umgebungen darauf hindeuten, dass Menschen im Kollektiv anderweitig beschäftigt sind. Der Score bringt zwar eine leicht veränderte und eine disharmonisch gespielte Version von "Stille Nacht, Heilige Nacht", doch weder festliche, noch anti-weihnachtliche Stimmung will sich hierbei einstellen.

Wer auf das typische Flair der Slasher aus den Achtzigern abfährt, kann zumindest noch ein paar nostalgisch anmutende Momente mitnehmen, doch als reiner Genrefreund mit Lust auf frische Ideen, spannende Auseinandersetzungen und innovative Ableben geht man hierbei weitestgehend leer aus.
Knapp
4 von 10

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