Review

Bei Ausgrabungen vom Archäologen Dr. Aaron Lichtman im Irak wird der Dämon Telal freigesetzt. Lichtmans Frau Susannah entbindet gerade ihren Sohn David. 12 Jahre später in LA: Officer John Kross, der damals als Marinesoldat zugegen war, wird Zeuge, wie ein Drogen-Informant ermordet wird. Am Tatort finden sich alte Schriftzeichen, die auf Telal hindeuten. Und bald darauf wird er von einer mysteriösen fliegenden Frau gebeten, sie beim Kampf gegen den Dämon zu unterstützen, bei dem David eine wichtige Rolle spielt.
Defender ist mal wieder ein sehr seltsames Stück Zelluloid. Regisseur Terlesky wildert sich quer durch alle Genres und bekommt einen Mischmaschbrei heraus, der weder Action, Fantasy, Mystery noch Horrorfreunden so richtig schmecken wird. Zu Beginn gibts wenigstens noch solide Action, der Shootout 1991 ist ordentlich inszeniert. Zwar gibts keine brutalen Einschüsse oder sowas, aber für einen B-Actioner ist das schon ein passabler Einstieg.
Schwächer wirds allerdings wenn immer mehr schräge mystische, religiöse und übernatürliche Einflüsse sich heimlich ins Drehbuch geschlichen haben. Der fiese Telal den die Archäologen im Irak ausbuddelten ist nämlich so etwas wie ein altsumerischer Dämon, der jetzt aus irgendwelchen Gründen auf das Kind scharf ist das in jener Unglücksnacht geboren wurde. Warum er sich dafür dann allerdings 12 Jahre Zeit läßt (dann müßte der Streifen ja eigentlich im Jahre 2003 spielen, außerdem ist der Punkt aus mehreren Gründen völlig unlogisch), weiß kein Mensch. Der Dämon hat zwar die schmucke Eigenschaft jeden Menschen zu übernehmen und in dessen Gestalt fortan zu agieren, allerdings hält der Wirtskörper die maximal 24 Stunden und der nächste Wirt muß her. Wenn ich das jetzt mal hochrechne hat er minimum in den Jahren 4380 Körper benötigt die anschließen ja sterben. Schon interessant, das das den Polizeibehörden in wo auch immer nie aufgefallen ist.
Der Filmverlauf gestaltet sich dann beinahe genau gleich wie bei "Dämon" mit einem Stückchen von "Omen" und "Matrix". Ice-T schaut auch fünf Minuten für eine kleine Clubschießerei vorbei, ist aber schnell wieder gestorben. Dazu gibts noch konfuse Einwürfe, wie die neue Wunderdroge Chaos (auch eine nette Szene als ein Geschäftsmann nach deren Genuß seine Angestellten wegballert, überhaupt ist Defender wenns ums töten geht ziemlich kompromißlos), Kross Frau liegt im Koma und wer diese sonderbare Selene genau ist die Kross hilft, bleibt ziemlich im Unklaren (der Film selbst faselt etwas von einer gequälten Seele die keinen Frieden findet). Ziemlich sonderbar das ganze Konzept.
Bleibt am Ende ein Streifen über, der zwar gelegentlich zu unterhalten weiß, aber dermaßen überkonstruiert ist, das so recht kein Rädchen mehr ins andere greifen will. Hab zwar schon viel schlechteres gesehen, aber die meiste Zeit vergeht mit Defender doch eher zähflüssig.
5/10

Details
Ähnliche Filme