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Der Pianist basiert auf der Geschichte des polnischen Pianisten Wladislaw Szpilman, der das Warschauer Ghetto überlebte.

Szpilman und seine Familie (Vater, Mutter, Bruder und 2 Schwestern) versuchen sich zunächst mit den Nazis und auch mit den Polen, die mit den Nazis Geschäfte machen und ihre eigenen Landsleute verraten, zu arrangieren und unauffällig weiter in Warschau zu leben. Sie werden ins Ghetto getrieben, enteignet und schließlich 1941 bis auf Szpilman selbst alle ins KZ Treblinka abtransportiert. Der begnadete Pianist hat oft Glück dass er noch Freunde im polnischen Widerstand hat und es gelingt ihm, sich ein ums andere mal vor den Nazis zu verstecken. Schwer von der jahrelangen Mangelernährung und allgemeinen Unterversorgung gezeichnet übersteht er die Jahre der deutschen Besatzung und bleibt bis zu seinem Tod im Jahr 2000 einer der angesehensten Pianisten Polens.

Roman Polanskis Film ist ein beeindruckendes und zugleich sehr bedrückendes Zeugnis des Terrors der Nationalsozialisten in Warschau und zugleich eine wundervolle Geschichte über einen Mann, dessen Liebe und Begabung zum Klavierspiel ihn diese Hölle überleben lassen. Ohne übermäßiges Pathos oder plakativ dargestellte Grausamkeiten gelingt es Polanski, dem Zuschauer zu verdeutlichen, mit  welcher unmenschlichen, gandenlosen Präzision und perverser Logik im Ablauf die Nationalsozialisten versuchten (und damit leider auch zu weiten Teilen Erfolg hatten)  die polnischen Juden auzurotten. Das große Bild läßt sich immer noch ausgezeichnet an Einzelschicksalen aufzeigen, und die Geschichte von Szpilman eignet sich dazu herrvoragend. Der Film ist mit 145 Min. keine Sekunde zu lang und gehört mit Sicherheit zu Roman Polanski's besten Arbeiten bis dato.

9/10

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