Mit Lob und Auszeichnungen wurde dieser Film überschüttet, Roman Polanski (dessen Filme mich eigentlich fast lückenlos ansprechen) sollte wieder ein neues Meisterwerk gelungen sein, und der oscarprämierte Adrien Brody wurde bereits als heißeste Schauspielaktie von Hollywood gehandelt. Alle Vorraussetzungen für einen tollen Filmabend waren gegeben - und wurden enttäuscht.
Zugegeben A. Brody spielt nicht schlecht, und auch die Inszenierung v. Roman Polanski ist nicht schlecht, nur die Geschichte an und für sich ist einfach schlecht gewählt. Da wird fast drei Stunden von einem Mann erzählt (der titelgebende Pianist) der sich ständig versteckt, nichts Positives leistet (auch nichts Negatives) und ständig passiv agiert. OK so ist es vielleicht wirklich passiert, nur interessiert das das Publikum wollen wir das sehen?? Rund um den Pianisten sterben die Leute, seine Familie, seine Freunde und er tut NICHTS!!!! Versteckt sich, hin und wieder arbeitet er am Bau (auch hier bringt er nichts weiter und liegt seinen Kollegen auf der sprichwörtlichen Tasche).
Der Film hat auch einige Szenen die den Zuseher wirklich in die Magengrube treffen (z.B. Szene mit behindertem Rollstuhlfahrer) doch leider sind sie nur Beiwerk und können den Gesamteindruck des Filmes nicht mehr retten.
Handwerklich und schauspielerisch wirklich gelungen, leider lähmt die Passivität der Hauptfigur den Erzählfluss.
Als Alternative möchte ich hier SCHINDLERS LISTE erwähnen der den PIANISTEN in allen Belangen hinter sich zurück lässt.