Inhalt:
Der polnische Pianist Wladislaw Szpilman spielt für den Warschauer Rundfunk.
Als der Zweite Weltkrieg losbricht, werden er und seine Familie ins Warschauer Ghetto deportiert. Anfangs hält er sich noch mit Auftritten in Café's über Wasser. Doch die zunehmenden Übergriffe der Besatzer lassen auch den sonst so ruhig wirkenden Musiker nicht kalt. Beim Abtransport in ein Konzentrationslager gelingt ihm mit Hilfe eines Landsmannes die Flucht. Von da an lebt er im zerstörten Warschau, immer auf der Flucht vor den Nazis, bei der er von einigen Helfern unterstützt wird, immer um die Angst wissend, entdeckt zu werden. Als die Lage für alle beteiligten immer gefährlicher wird, versteckt er sich im Dachgeschoss eines zerstörten Hauses. Bis eines Tages ein deutscher Offizier vor ihm steht...
Die Lebensgeschichte des Wladislaw Szpilman wurde von Roman Polanski bewegend und in erschreckenden Bildern umgesetzt. Viele ruhige Passagen, Minuten, die keines Dialogs bedürfen, Bilder, die in ihrer Grausamkeit keinen Kommentar verlangen.
Wie die Hauptperson hat auch Regisseur Polanski den Holocaust miterlebt. Ohne Pathos, ohne über-heroische Einsätze erzählt er von der Angst, entdeckt zu werden, von der Ungewissheit, ob man diesen Tag überlebt und von der Liebe zur Musik. Denn vielleicht ist es sie, die den Hauptcharakter am Leben hält.
Nebenhandlungen wurden größtenteils vermieden, der Focus liegt auf Szpilman. Der Zuschauer begleitet ihn und leidet mit und das ohne Trara; nur ehrlich und glaubwürdig.
Einzig der Schluss war mir etwas zu hektisch. Die Beziehung zu dem Offizier hätte ruhig noch etwas vertieft werden können.
Es dominieren triste, kalte Farben. Weite Aufnahmen vermitteln Leere, Tod und Gewalt. Letztere wird teilweise recht drastisch eingesetzt. Z.B. wenn ein Rollstuhlfahrer vom Balkon geworfen wird, weil er nicht auf Befehl aufgestanden ist oder wenn die Erschießungen dargestellt werden, wie sie in solchen Filmen (siehe auch Schindlers Liste) üblich sind.
Musik:
Unter anderem gibt es einige Stücke von Chopin zu hören, weiter den Score von Wojciech Kilar und eine Aufnahme von Szpilman selbst. Die Stücke unterstreichen wunderbar die Stimmungen des Filmes und des Hauptcharakters, wobei die herausragensden meines Erachtens die nur-Klavier-Passagen darstellen. Wunderschön.
Schauspieler:
Der Film wird fast alleine von Adrien Brody getragen, der für die Darstellung auch 2003 mit einem Oscar als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet wurde.
Eine sehr gute Leistung, die glaubwürdig gespielt und zum mitfühlen einladend vorgetragen wird.
In weiteren Rollen sieht man Thomas Kretschmann als deutschen Offizier und Emilia Fox als ferne Verehrte.
Fazit:
Bedrückendes Drama ums Überleben in der wohl dunkelsten Zeit dieses Landes. Großartig gespielt, mit treffenden Aufnahmen und einem wunderbaren Soundtrack gehört dieser Film wohl zu den Eindringlichsten seiner Art, der in meinen Augen das von vielen als Referenz angesehene Werk "Schindlers Liste" in allen Belangen auf die Plätze verweist.