Wie erwartet, ist der Film beeindruckend inszeniert und das Thema trifft einen schwer. Ganz herausragend ist Adrian Brody in der Hauptrolle und Kamera, Musik und Drehbuch tun ihr übriges. Großes Historienkino.
ALLERDINGS: (Ja, jetzt kack ich auf die heilige Kuh) Das Menschenbild, wiedergegeben in diesem Film, ist arg zweidimensional. Gute Menschen sind einfach NUR gut und böse sind direkt der Hölle entsprungen. Das lähmt ein
wenig!! Zwar macht er bzgl. der Nationalitäten keine Unterschiede, aber alle Darsteller um Brody herum wirken wie eindimensionale Stichwortgeber. Seltsam mutete mir z.B. ein Zitat eines Kapo (= jüdischer Polizist im Lager) an, der laut lachend zu einem SS-Mann meint, der Zug nach Treblinka würde jetzt direkt „in die Knochenmühle“ fahren. Das sagt ein JUDE ....im Warschauer Ghetto...zu einem SS-Mann!! Nee, klar!!! Nicht sehr glaubwürdig und soll m.E. nur dazu dienen, auch böse Juden zu zeigen, um von Nationalitäten abzulenken und auf Gesinnungen hinzuweisen!! Ein bischen Platt, Herr Polanski!!
Da es sich um eine wahre Story handelt, die auf den Memoiren von Szpilman beruhen, sei Polanski verziehen, aber aufgrund diese Mankos gibts nur 8/10