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Die beiden Hollywoodstars Meg Ryan und Nicolas Cage in dem Remake von „Der Himmel über Berlin“ – das lässt doch wahrlich viel erwarten. „Casper“-Regisseur Brad Silberling nahm sich dieser Neuauflage des viel zitierten modernen deutschen Klassikers von Wim Wenders an und vermochte ob einiger Schwächen im Drehbuch daraus eine anspruchsvolle Parabel auf die Kraft der Liebe zu formen.

Zur Story: Engel Seth (Nicolas Cage) verliebt sich in Ärztin Maggie (Meg Ryan), als diese aufopferungsvoll um das Leben eines Patienten kämpft. Das imponiert Seth, der sich zwar auf Erden zeigen, aber keine Gefühle haben kann. Damit sich die beiden wirklich näher kommen können, muss Seth „fallen“ und somit zu einem Mensch werden. Seth fasst einen Entschluss…

Nach einer hoch poetischen Exposition um die zugleich faszinierende, aber auch befremdliche Aufgabe der Engel, Menschen ins Jenseits zu geleiten überzeugt der Film auch weiterhin mit nachdenkenswerten philosophischen Ansätzen darum, welchen Sinn eine ewige Existenz ohne Gefühle haben kann oder was freier Wille und so etwas wie Gefühle und Leben überhaupt sind. Dabei verfällt „Stadt der Engel“ nie in die Klischees von Engeln, die jeder Zuschauer zur Genüge vor sich haben dürfte. Zunehmend weicht die sachlich melancholische Stimmung tiefer Nachdenklichkeit jedoch einer zarten gefühlsintensiven Romanze, welche vor allem durch originelle, da sowohl düstere als auch helle, perspektivisch zuweilen extravagante Bilder sowie traurig-fantasievolle Musikuntermalung punkten kann. Leider verliert „Stadt der Engel“ dabei im letzten Viertel zusehends die Faszination und lyrische Poesie, welche den „Himmel über Berlin“ zu einem analytischen, sperrig-reflektierenden Kunstwerk machten: Der Plot um Existenzialismus und Epistemologie weicht einer süßlichen Love-Story, welche zuweilen hart an der kongruenten Konventionalität vergleichbarer Liebesgeschichten vorbeischrammt. Doch der ernste Unterton, die lebensbejahende Botschaft und die Intensität, mit der das größte aller Gefühle, die Liebe, hier vorgetragen wird reißt mit und rührt zu Tränen. Meg Ryan und Nicolas Cage in ihren Rollen als nach Erfüllung suchende, leidenschaftliche Ärztin bzw. naiver, wissbegieriger Anthropologe von Engel spielen gut, ohne jedoch zu brillieren.

Fazit: „Stadt der Engel“ ist eine kraftvolle, gefühlsintensive Love-Story mit ernsten Untertönen über die Natur des Menschen, welche nachdenklich stimmen. Ein Film der ein Meisterwerk hätte werden können, würde er sich im letzten Teil nicht selbst verraten, indem er sich auf eine allzu weichgespülte, tragisch endende Romanze reduziert. Diese „Amerikanisierung“ des analytischen, stilistisch originellen Plots von Wim Wenders` „Himmel über Berlin“ sollte wohl publikumswirksam sein und den Zuschauer nicht überfordern. Was bleibt ist dennoch ein sehr guter Film über die Macht der Liebe getragen von 2 guten, aber nicht überragenden Hollywoodstars.

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