Unter den Menschen leben Engel, die aber nicht wahrgenommen werden können. Ihre Aufgabe ist es, Menschen die sterben in den Himmel zu begleiten. Engel Nicolas Cage ist also in einem Krankenhaus, in dem jedmand stirbt, wo er sich in eine Ärztin (Meg Ryan) verliebt. Da er sie nicht spüren kann, weil Engel überhaupt nichts fühlen, hält die Meg Ryan die Beziehung für unmöglich, weswegen Cage beschließt, für Ryan sein ewiges Leben aufzugeben. Doch einen Tag, nachdem er sein ewiges Leben für sie aufgegeben hat, stirbt Ryan an einem tragischen Verkehrsunfall. Cage bereut dennoch nicht, sein Leben für sie aufgegeben zu haben.
Die Handlung klingt sehr kitschig, ist sie aber meiner Meinung nach nicht. Cage ist von Anfang an von Ryan fasziniert, doch anders als in billigen Liebes-Schnulzen kommen sich Ryan und Cage auf eine andere, beinahe magische Weise näher, die interessant zu beobachten ist, und die es so in kaum einem anderen Film gibt.
Das Bild, dass hier von Engeln entsteht finde ich interessant, vor allem aber ist es gut, dass für Engel junge, alte, schwarze und weiße Darsteller genommen wurden und nicht irgendwelche "blonden Goldlöckchen" mit Flügeln und Heiligenschein.
Nachdem Cage und Ryan sich näher kennen gelernt haben, sprürt sie die ganze Zeit seine Gegenwart, auch wenn er nicht da ist, wodurch ein sehr tröstliches, gutes und allgegenwärtiges Gefühlt ensteht.
Cage, der Ryan spüren will und für immer mit ihr zusammen leben will, entschließt sich schließlich dazu, seine Unsterblichkeit und sein Dasein als Engel für seine Geliebte aufzugeben. Die Entscheidung, die er trifft, ist zwar vorhersehbar, aber auch romantisch, ohne kitschig zu wirken.
Der Unfall, durch den Meg Ryan stirbt, nachdem die beiden einen Tag lang richtig zusammen waren und schließlich auch miteinander geschlafen haben, ereignet sich plötzlich und schockiert den Zuschauer. Dieses dramatische Ende und die Tatsache, dass Cage seine Entscheidung nicht eine Sekunde lang bereut, lindern den Schock ein wenig und machen den Film so außergewöhnlich. Das die Lieben über die Unsterblichkeit gestellt wird, hat man aber auch schon des öfteren gesehen.
Des weiteren wären die gute Filmmusik und der Tiefgang bei der Frage, wie es sich anfühlt nichts zu fühlen (Formulierung ist Absicht) positiv anzumerken, genauso wie das Ende, an dem Cage zu dem Sammelplatz der Engel zurückkehrt.
Bei der Frage nach dem ewigen Leben hätte ich mir jedoch etwas mehr Tiefgang gewünscht, außerdem verlaufen die ersten Treffen von Cage und Ryan alle gleich und nehmen dem Film Tempo.
Nicolas Cage spielt zwar nicht schlecht, sieht aber auch in Momenten, in dem der Engel glücklich ist aus, als würde er gleich anfangen zu weinen. Er wirkt zu traurig und zu sentimental. Meg Ryan spielt wie gewohnt gut und chamant, auch, da diese Rolle, wie die in vielen Liebesfilmen, ihr auf den Leib geschneidert zu sein scheint.
Zusammenfassend ist Stadt der Engel auf jeden Fall sehenswert und regt sehr zum Nachdenken an. Wer aber Liebesfilme, wie Bodyguard, pretty woman oder schlaflos in Seattle sehen will, wird von dem traurigen Ende nicht gerade begeistert sein.