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Vier, nun ja, ansehnliche und aufgeschlossene Damen vertreiben sich die Zeit indem sie sich gegenseitig ihre sexuellen Abenteuer erzählen. Die Episoden wechseln dabei von eher Einblendungen zu Kurzfilmen im Film, Schauplätze und Gegenstand der jeweiligen Handlung reichen von der Steinzeit zu Science Fiction , von Handwerkern, Chefs über die sieben , sorry, sex Zwerge und Priester bis zum Himmel und dessen Hausherren...

Genug der Handlung, her mit der Meinung! Wie kann und soll man nur so eine filmische Wunderkerze auch nur annähernd in trockenen Worten beschreiben? Ich hätte gerne einen Blick auf das Drehbuch geworfen, mit Sicherheit im Format von etwa dem Herrn der Ringe, nur wesentlich unterhaltsamer, und ebenso gerne würde ich ein paar Worte mit Günther Brandls Psychiater wechseln, denn wer nach 119 Wochen einen Film fertigstellt heisst entweder FF Coppola und bekommt einen Oscar oder ist reif für die Insel! Oder die Domina?

EIN Ziel von Hot Dreams besteht sicher darin diese ganzen Softpornos auf die Schippe zu nehmen und bloßzustellen, auch die visuelle "Ästhetik" z. b. von Clips die auf Sport 1 ja nicht umsonst die ganze Nacht laufen, und unweigerlich hinterfragt man sich nach Sichtung in dem ein oder anderen Punkt. Wohlgemerkt NACH Sichtung - zum Glück wurde die Parodie nicht auf die Spitze getrieben mit entsprechenden Darstellerinnen, neben allen anderen Pluspunkten sei die gelungene Besetzung vorab schon mal erwähnt! Es gibt wohl keine Männerphantasien die hier nicht Platz finden, ob das heisse Dessous oder auch "Car-Wash"-Szenen sind. ABER: es gibt eine gewisse Grenze, HOT DREAMS sinkt nie auf Schmuddelniveau herab, obwohl wirklich jedes erdenkliche Klischee bedient wird und kein Kalauer zu platt oder alt ist um nicht Verwendung zu finden. Eine gelungene Distanzierung zum Gegenstand der Persiflage, immer dran aber eben auch immer eine Spur drüber die den Unterschied ausmacht.

Das bereits erwähnte reicht sicher aus für einen guten Film - ist aber nur eine Seite des Goldstücks. Wenn es von Anfang an der Plan war nebenbei noch eine deutsche Variante von Hot Shots zu drehen dann war es ein genialer Plan! Viele heisse Schüsse von denen die wenigsten ihr Ziel - das Zwerchfell des Zuschauers der diesen speziellen Humor liebt - verfehlen. Wer, sagen wir mal 30 Filme gesehen hat kann sicher sein dass 10 davon in diesem wilden Panoptikum auftauchen werden. Für Leute die 31 Filme kennen ist es natürlich noch spassiger... Einmaliges Sehen reicht bei weitem nicht aus um die zahlreichen Anspielungen und Zitate mitzubekommen die teile versteckt, teils offenkundig daherkommen. Alleine dieses Beine-übereinander-schlagen like Basic Instinct ist einfach nur genial und eine meiner Lieblingsszenen! Nicht mal Grimms nahezu komplette Märchenwelt ist sicher und wird endlich enttarnt.

Man muss diesen speziellen (Slapstick-)Humor mögen, ob nun Monty Python oder Brandl. Einen Vergleich hält HOT DREAMS locker aus wenn man denn unbedingt Vergleiche braucht. Es sind derart viele Details enthalten wie der Bettler der einen gewissen "roten Faden" darstellt, direkte Ansprachen und Reaktionen an das und vom Publikum dass der Film nie langweilig wurde, bei knappen 2 1/2 Stunden im gesehenen DC, Hut ab!

Zu den negativen Seiten: Sicher ist die ein oder andere Szene zu breit geworden, mancher Kalauer zündet nicht so richtig (was je nach Zuschauer natürlich variiert). Auch die begrenzte Anzahl an Darstellern (kein Wunder bei derart vielen Rollen) führt zu gewissen Wiedererkennungserscheinungen. Mehr habe ich nicht auszusetzen oder zu bemängeln, und Haare in der Suppe zu suchen ist eh nicht mein Ding!

Fazit: Ein Kracher! Sozusagen Schulmädchen-Report reloaded gepaart mit Heissen Schüssen, irrwitzig wenn nicht aberwitzig, immer hart an der Grenze aber schlafwandlerisch sicher nie darunter. Hätte mein seliger Ex-Schwiegervater mal lieber das gesehen als die "heissen Schwedinnen", sein optisches Vergnügen hätte er gehabt - plus erwähnten Bonus... Ein Softporno für filmisch Erwachsene! Was wenn nicht 10/10

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