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Ein Anschlag auf das MI6-Headquater. Computerterrorist Raoul Silva (Javier Bardem), ein alter Bekannter aus M's Vergangenheit, meldet sich zurück. James Bond (Daniel Craig) ist nach einer Schussverletzung schwer angeschlagen. Bond erhofft sich in seinem schottischen Zuhause, einer abgelegenen Herrenanwesen, einen sicheren Unterschlupf. Doch dort kommt es zum Showdown…

Bond, die Dreiundzwanzigste (Craig 3/?). Wir feiern 50 Jahre James Bond – Wahnsinn! SKYFALL errichtet dem britischen Edelagent ein würdiges Denkmal und das, obwohl dieser Bond so ganz anders ist als seine Vorgänger. Bond ist angeschlagen, ja wird sogar für tot erklärt. Seine Todesanzeige steht sinnbildlich für das Zu-Grabe-Tragen eines Images. Bond sieht fertig aus, säuft, sein psychologisches Profil ist verheerend. Ein gebrochener Held. Vergleicht man den Daniel-Craig-Bond mit seinen souveränen, super lässigen und unverwundbaren Vorgängern á la Sean Connery, Roger Moore oder Pierce Brosnan, muss man erschüttert sein über den Fall des einstigen Titanen. Und doch passt kein Bond besser in die heutige Zeit wie der des verwundeten, blutenden, überstrapazierten Daniel Craig. Ich liebe ihn!

Zum Jubiläum bekommen wir einen Schurken der Superlative serviert. Raoul Silva (Javier Bardem, NO COUNTRY FOR OLD MEN, VICKY CHRISTINA BARCELONA) ist ein eloquenter Hacker mit homoerotischen Zügen. Aber nicht zu “Mr. Wint und Mr. Kidd“ aus DIAMANTENFIEBER sind Vergleiche angebracht, sondern eher zum Joker aus Batman. Aufgrund einer ihren Zweck nicht erfüllenden Zyankalikapsel ist das Gesicht des Fieslings nämlich entstellt.
Die Action ist rasant und visuell hochwertig wie nie. Highlight ganz klar: der Silhouetten-Fight im fahlen Neonlich, bei dem im Hintergrund animierte Riesenquallen vorbei schweben. Bond cruist mit dem Motorrad auf den Dächern Istanbuls, fährt Bagger auf dem Zug und kämpft gegen einen Komodowaran. Nice.

Ist er es wirklich – der perfekte Bond? Und dann auch noch ausgerechnet der, indem der Titelheld so unperfekt und verletzlich dargestellt wird? Klar, es wurde einiges an Vorarbeit geleistet. Nur wer hoch oben ist, kann tief fallen. Soll heißen: Man muss SKYFALL im Kontext zu den anderen Bondfilmen betrachten. Nicht inhaltlich, die Story funktioniert vollkommen eigenständig. Aber die wahre Wirkung entfaltet sich nur in Anbetracht des Saubermann-Images, welches man bislang mit dem geschniegelten Womanizer verband. Nie zeigte Bond mehr Schwäche. Doch ist es genau das, was ihn hier so sympathisch macht. Eine wahrlich beeindruckende, mutige Entwicklung.

Besonderheiten: Ralph Fiennes kündigt sich als M's Nachfolger an; neuer, jugendlicher Q

Bösewichte: Raoul Silva (Javier Bardem)
Bond-Girls: Severine (Bérénice Marlohe), Eve Moneypenny (Naomi Harris)
Weiber flachgelegt: 2
Auto: Aston Martin DB5, das alte Modell aus GOLDFINGER
Gadgets: "Das Neueste aus Abteilung Q. Nennt sich Sender."
Schauplätze: Istanbul, Shanghai, London, Schottland
Intro: Unterwasser, Blut, Friedhof, Drachen, Song von Adele - legendär!
Body Count: 26

Fazit:
Selbstzweifel-Bond. Wahrscheinlich der beste Bond überhaupt.

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