„Common People“
Mike (Chris O’Dowd) und Amanda (Rashida Jones) sind auf ein neuartiges Abo-Modell angewiesen, um Amandas Gehirn nach einem Unfall am Laufen zu halten. Aber wie das mit Abos so ist, werden die Modelle ständig weiterentwickelt und mit neuen Features – und Einschränkungen – versehen. Sympathisch besetzte Folge, deren Kritik an Abo-Modellen, wie sie Netflix selbst betreibt, allzu plakativ ausfällt.
„Bête Noir“
Die Food-Designerin Maria bekommt mit „Verity“ (wenig subtil) eine neue Assistentin, die sie aus der Schulzeit kennt und mit der offenbar etwas nicht stimmt. Denn im Umfeld von Verity verändern sich Realität und Wahrnehmung – wie sich bald herausstellt, alles Teil eines großen Plans. Der Twist ist prima, der Weg dorthin etwas beschwerlich und redundant. Da hätte man sich eine etwas straffere Erzählung und mehr Handlung nach der Auflösung gewünscht.
„Hotel Reverie“
Eine Techfirma sichert sich die Remake-Rechte an einem (fiktiven) Filmklassiker à la CASABLANCA und besetzt die männliche Hauptrolle mit dem schwarzen Filmstar Brandy. Der eigentliche Clou ist jedoch ein anderer: Der Film wird „live“ neu verfilmt, indem Brandy in den Film projiziert wird. Und hier führt jede Abweichung der Schauspielerin zu Herausforderungen im Filmablauf. Wie so oft bei „Black Mirror“ ist auch in dieser Episode die Idee stärker als ihre Umsetzung. Die technischen Möglichkeiten von KI für Neuverfilmungen zu nutzen, liegen schon lange auf der Hand, auch wenn man in Hollywood wohl eher keine queere Romanze aus einem Klassiker machen würde. Aber der Film-im-Film ist schlichtweg nicht interessant genug für eine fast 80-minütige Episode und es steht kaum etwas auf dem Spiel. Emma Corrin als 40er-Jahre-Schauspielerin ist allerdings klasse.
„Plaything“
Der geniale Programmierer Colin (Will Poulter erneut in seiner Rolle aus der interaktiven „Bandersnatch“ Episode) hat ein neues Game entwickelt, in dem man künstliche Lebewesen züchtet, eine Mischung aus Lemmings, Tamagochi und digitalen Urzeitkrebsen. Der junge IT-Journalist Cameron stiehlt das Spiel und beginnt unter massivem Drogeneinfluss seine eigene Züchtung. Die KI-Wesen helfen ihm dabei. Die Rahmenhandlung, in der Peter Capaldi als deutlich gealterter und veränderter Cameron von der Polizei wegen Mordes verhört wird, wartet mit einem überraschenden Twist immensen Ausmaßes auf, der die Episode zu einer der besten dieser Staffel macht.
„Eulogy“
Paul Giamatti brilliert (mal wieder) in diesem Drama um eine verpasste Liebe. Der einsam lebende Phillip wird gebeten, für die Trauerfeier einer verstorbenen Bekannten eine digitale Erinnerung beizusteuern. Ein Avatar begleitet ihn bei seinem Ausflug in die Vergangenheit, gemeinsam erkunden sie die Szenarien alter Fotos, vom Computer hochgerendert und begehbar gemacht. Die Episode ist visuell interessant, auch wenn man die Technik der dreidimensional eingefrorenen Bilder seit den 90ern aus Musikvideos kennt – und natürlich die emotionalste Folge der Staffel.
„USS Callister: Into Infinity“
Angestellte einer Spielefirma wurden von ihrem CTO (Jesse Plemmons) digital geklont und in das immersive MMORPG „Infinity“ versetzt und gequält, bis ihnen durch ein schwarzes Loch die Flucht gelang. Im zweiten Teil der Episode von Staffel 4 versuchen sie nun, im Spiel zu überleben, indem sie anderen Spielern die Credits abluchsen. Für sie ist es allerdings kein Spiel, es geht um Leben und Tod, Schusswunden können tödlich sein. Währenddessen versucht das „Original“ des neuen Captains (Christin Milioti), dem Team IRL zu helfen. Wie schon der erste Teil ist auch das Sequel die „Fun-Folge“ der Staffel, eine nette STAR TREK Hommage mit hübschen Kostümen und Effekten. Trotz ein paar guter Ideen und mehrerer Erzählebenen ist die Folge mit 90 Minuten deutlich zu lang geraten. Einer STAR TREK Folge hatten 40 Minuten ja auch gereicht.