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Der spanische Film hat eine Reihe von guten Genrebeiträgen in den letzten Jahren im Bereich Horror, Thriller, Drama und Mischungen davon hervorgebracht. An einen rein spanischen Kriegsfilm kann ich mich erinnern, aber INVADER (im Original: INVASOR) fängt auch nur an wie ein Kriegsdrama und entwickelt sich dann immer mehr in ein Familendrama mit Politthriller-Anklängen. Regisseur Daniel Calparsoro hat schon ein halbes Dutzend Filme gedreht, von denen ich keinen kenne. INVADER wird sich auch nicht wirklich in mein Langzeitgedächtnis brennen, aber er hat absolut ansprechende Schauspieler, eine wirklich gute und anspruchsvolle Story und ist recht unberechenbar was ich immer für einen unterhaltsamen Film als positiv erachte.

Zur Geschichte nur ein paar Worte ohne etwas zu verraten: Die Armee Ärzte Diego und Pablo werden während eines Irakeinsatzes überfallen und überleben schwer verletzt. Wochen später erwacht Pablo und stellt nach seiner Rückkehr zu Hause fest, dass irgendetwas nicht stimmt und er will den Dingen auf die Spur kommen. Es beginnt mit aufregenden, hektischen und staubigen Kriegsbildern und auch die irakische Wüste wird mit atmosphärischen Bildern eingefangen. Die Actionszenen sind allesamt handgemacht und es kommt weder CGI noch andere künstliche Elemente zum Einsatz und die Visitenkarte von INVADER ist zunächst einmal die eines old-school politisch geprägten Actionthrillers.

Dabei ist stets für Spannung gesorgt und kaum kommt einem in den Sinn, dass es mit einem B-Film zu tun haben. Im Gegenteil. Auch die Synchronisation ist auf professionellem Niveau, abwechslungsreich und sehr stimmig zu den handelnden Personen. Im letzten Drittel mündet die Handlung in einen Politthriller mit herber Kritik an der US Armee und ihrem globalen Anspruch als moralische korrekte Weltpolizei. Stets hat man den positiven Eindruck, dass es nicht nur ein heldenhaftes Tun mit dem üblichen Happy-End gibt. Aber auch die Familie von Pablo kommt später wieder in Gefahr und somit bleibt es bis zum Schluss spannend.

Vom Level der gezeigten Gewalt her geht die FSK 16 in Ordnung, es gibt eine Reihe von sehr expliziten Schusswunden die recht offensiv dem Zuschauer präsentiert werden. Insgesamt ist INVADER nicht wirklich eine Offenbarung oder bringt ganz neue Aspekte in einem nicht gekannten Lichte. Und dem ein oder anderen wird der Genremix etwas zu unoriginell oder unausgegoren vorkommen. Aber ich finde es ist ein sehr solider Beitrag der weit weg von einem ein wenig erwarteten B-Moviefeeling ist und deshalb gibt es auch ebenso solide

5,5/10 Punkten

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