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Perfides Marketing kann manchmal zur Sichtung eines Streifens führen, den man sich im Vorfeld komplett anders vorgestellt hat. Im vorliegenden Fall werden (auch aufgrund des Original-Covers) Erwartungen an eine Mischung aus "Scooby-Doo" und "The Evil Dead" geschürt, die der Stoff allenfalls in Ansätzen erfüllt.

Die vier jungen Geisterjäger um Nancy und Hund Hamlet werden zur leer stehenden Kyser Villa geschickt, welche von der Bank gekauft wurde. Dort soll es ab und an spuken und auch erzählt man sich von Satansritualen im Obergeschoss, während das Schicksal der Familie Kyser ungeklärt scheint. Als die fünf die Villa inspizieren und ihr Equipment aufbauen, scheint noch nichts auf übersinnliches Treiben hinzudeuten...

Der Originaltitel "Saturday Morning Mystery" erhärtet den Eindruck, dass Regisseur Spencer Parsons und seine Autoren ein Faible für Scooby-Doo haben dürften und auch die Figurenkonstellation erinnert an die Zeichentrickvorlage.
Doch nach einem fast schon amüsanten Einstieg, als die Truppe eigentlich einen Geist aufspüren will, dabei "versehentlich" einen Kinderpornoring sprengt und damit die ermittelnden Beamten verärgert, macht sich rasch Ernüchterung breit: Der Hund kann weder sprechen, noch spielt er überhaupt eine bedeutende Rolle und auch die vier Geisterjäger entpuppen sich als austauschbare Figuren ohne besondere Merkmale.

Das Interieur der Villa schürt zwar für eine Weile Atmosphäre, doch nach reichlicher Ereignislosigkeit ohne Spukeffekte zündet auch das nicht mehr, zumal die vier nach unbeabsichtigter Einnahme von LSD in Zuständen zwischen hemmungslosem Sex und Beziehungsproblemen schwanken und der eigentliche Fokus einer eventuellen Bedrohung komplett verschwindet. Erst im letzten Drittel, als sich endlich offenbart, was es mit der leer stehenden Villa auf sich hat, kommen ein wenig Bewegung und Action ins Spiel.
Die wenigen Gewalteffekte wie Enthauptung oder Axt im Körper (hinterm Sessel) sind allerdings kaum der Rede wert und rechtfertigen durchaus eine FSK16.

Das überaus geringe Budget ist dem Werk leider in vielen Einstellungen anzusehen, spätestens als ein Auto per CGI in Flammen aufgeht. Die unbekannten Mimen bleiben weitgehend blass und auch die Sounduntermalung liefert kein Gänsehautmaterial, lediglich ein, zwei musikalische Untermalungen aus dem Indie-Bereich können halbwegs punkten.

Wer also eine Horrorkomödie oder gar eine Parodie erwartet, dürfte recht bitter enttäuscht werden, denn der Stoff fördert im ersten Drittel vielleicht zwei, drei Schmunzler zutage, während der finale Akt auf die konventionelle Auseinandersetzung zwischen Gut und Böse setzt, was immerhin noch ein Minimum an Spannung erzeugt.
Retten kann dies den einfallslosen Plot und die wenigen Schockmomente nicht mehr, es bleibt bei einer passablen Grundidee in schlechter Umsetzung.
3,5 von 10

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