Review

Der Verfall von innen nach außen

Fleischliche Lust und Frust, seelischer Schimmel und Pimmel, menschliche Makel und Debakel liegen in „Thanatomorphose“ sehr nah beisammen, wenn eine einsame und introvertierte, etwas nerdige und sexuell recht aktive junge Frau plötzlich Ausschlag in intimen Regionen bekommt und körperlich ganz wortwörtlich ein neues Verfallsdatum bekommen zu haben scheint… 

Feine Fahne fick's Filet

Schon Anfang der 2010er polarisierend Premieren auf diversen internationalen Filmfestivals gefeiert, jetzt vor allem in Deutschland nochmal Aufwind und Beachtung durch einen ungeschnittenen Heimkino-Re-Release bekommen. „Thanatamorphose“ wandelt als kanadischer Bodyhorroramateurfilm dreckig wie wenig auf Cronenbergs Spuren. Sehr-sehr-Feuchtgebiete. Auch an untergründigen Kult a la Buttgereit, Gallo, Ferrara oder Dora muss man zwangsläufig denken. Im Grunde eine lange, quälende und körperlich zerfallende Metapher. Schmutzig, trostlos, rau. Natürlich denkt man da auch an eine weiblichere und sexuellere Brundlefly. Aber im Grunde hat mich „Thanatomorphose“ eher angeödet und kalt gelassen als verstört, angeekelt oder filmisch überzeugt. Manch Effekte und Schnitte und abstrakt-abartige Stimmungen können sich sehen lassen. Das geht dann schon in die Vollen und keine Kompromisse ein. Experimentell und exkrementell. Nackt und beknackt. Mutig und blutig. Eitrig und ohne Weitblick. Schleimig und kleinlich. Koprophil und spül nicht mit Pril. Wortkarg und Lord Fuck. Kunst und funzt. Innereien und Spinnereien. Surreal und teils 'ne Qual. Saftig und macht nix. 

We're going deeper Underground… 

Fazit: die Effekte und Atmosphäre sind 1A. Morbide, makaber, metaphorisch. Alles sehr nackt, schmutzig, eklig, sexuell wie seelisch kaputt. Und natürlich kann man wenn man unbedingt will da viel hineininterpretieren. Aber für mich bleibt's eigentlich fast ein reiner, entschleunigter Bodyhorrorbei und eine Bewerbungsmappe der praktischen und fleischlichen Erodierungen. 

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