Die Butcher Brothers, Mitchell Altieri und Phil Flores, debütierten 2006 mit „The Hamiltons“, der auf recht durchwachsene Kritiken stieß, während ihr „Von der bösen Art“ deutlich besser wegkam. Knapp sechs Jahre nach ihrem Erstling folgt nun die Fortsetzung, welche aus nicht ganz nachvollziehbaren Gründen „The Thompsons“ heißt, da eine Namensänderung der Familie Hamilton zu keiner Zeit erwähnt wird.
Diese sind nach einem videoüberwachten Überfall auf der Flucht von Amerika nach Europa, wo Francis bereits seine Fühler ausstreckt. Als er in dem verschlafenen englischen Nest Ludlow auf die Vampirfamilie der Stuarts trifft, bahnt sich ein Kampf zweier Vampirclans an…
Manche Regisseure bekommen eine sprunghafte Erzählweise mit viel Drive und pointierter Montage hin, im vorliegenden Fall bringen die narrativen Zeitsprünge jedoch wenig und schüren kaum Suspense.
Zunächst erwacht Francis, der auch gleich die Geschichte mit Gedanken im Off begleitet, eingeschlossen in einer Holzkiste, dann ein Sprung zurück zu einer Autopanne, bis man nach zwanzig Minuten bei der Vorgeschichte angelangt ist, welche in Kalifornien einsteigt, als sich die vier Brüder und Schwester Darlene in einem Shop unsanft bei einem Überfall behaupten müssen. Immerhin bringen einige Anmerkungen des Erzählers ein wenig Schwung in die Bude.
Überrascht werden Genrefans mit dem Handlungsverlauf jedoch nicht, denn früh ahnt man, wer bei den Stuarts die Hosen an hat und wer eventuell auf die andere Seite wechseln könnte, ebenso sind etwaige Fallen durchschaubar, sobald einer der Stuarts ein freundliches Gesicht aufsetzt.
Dennoch wird die Erzählung im Vergleich zum Erstling bedeutend effektiver auf den Punkt gebracht, man redet nicht um den heißen Brei herum, bemüht sich allenfalls am Rande um kleine emotionale Nuancen, während einige Action, primär im letzten Drittel passable Abwechslung verschafft.
Hinzu gesellen sich einige Szenen mit halbnackten Damen, während Splatterfreunde, im Vergleich zum handzahmen Vorgänger, in Ansätzen auf ihre Kosten kommen. Trotz Zuhilfenahme von Computereffekten können sich einige Blutmomente sehen lassen, etwa als verstümmelte Leichen herumliegen, ein Kehlenschnitt gesetzt wird, Beine aufgeschlitzt und Teile einer Gesichtshaut abgezogen werden.
Auch auf darstellerischer Ebene wird brauchbares Niveau geboten, obgleich einige Mimen des Erstlings erneut an Bord sind.
Zwar werden insgesamt etwas zu häufig die falschen Vampirzähne gefletscht und auch der Endkampf hätte ein wenig ausgiebiger sein können, doch innerhalb des Vampirgenres gibt es endlich mal einen Beitrag, der weder amateurhaft aussieht, noch aufs Teeny-Publikum abzielt.
Nur, revolutionieren kann und will er das Genre nicht, denn dafür ist er zu vorhersehbar und vermag entsprechend kaum zu überraschen. Für eine Sichtung mag das reichen, mehr als durchschnittlich unterhaltsame Genrekost sollte man jedoch nicht erwarten.
5,5 von 10