Review

Eigentlich ist Lisa eine erfolgreiche Geschäftsfrau, die auf nichts verzichten muss. Aber sie lebt ein Singledasein und es zieht sie regelmäßig in den Sexclub Tulpa, in welchem sie sich mit Fremden vergüngen kann. Doch die Besucher des Clubs werden einer nach dem anderen ermordet. Und die Opfer haben eines gemeinsam: Sie hatten alle Kontakt mit Lisa, und deshalb beginnt sie selbst irgendwann Angst um das Leben eines ihrer Liebhaber und um ihr eigenes zu haben...

Wertung:

Der Film wird hier großspurig als Giallo angepriesen und erscheint sogar in einer ensprechenden Reihe, weshalb man hier natürlich erwartet, einen Giallo vorzufinden. Was zeichnet einen Giallo aus? Eine Handlung, die in Italien angesiedelt ist, eine Kriminalgeschichte und einen Mörder, der in welcher Form auch immer, eine Gruooe oder einer Erinzelperson nach dem Leben trachtet. Die weitere Handlung des Films konzentriert sich im weiteren darauf, den Täter zu entlarven. Geschmückt wird die Handlung mit nackter Haut und einer eingängigen, musikalischen Untermalung, und e voila, wir haben einen Giallo. Wenn das die Definition eines Gialli ist, dann liegt hier einer vor, denn die Haupthandlung konzentriert sich auf den Mörder der Kontaktpersonen von Lisa. Die nackte Haut dabei kommt bei einem Sexclub natürlich wie "von selbst". Dabei ist gerade diese Umgebung weder klassisch noch Giallo-like. Die Tatsache, dass dieses Ding in Italien beheimatet ist, ist hier eigentlich völlig unrelevant. Bis auf einige architektonische Bauten, die während des Films auftauchen, spielt Tulpa doch hauptsächlich drinnen, so dass hier absolut die Frage erlaubt sein muss, warum dieser Film jetzt zu den Gialli gezählt weden soll.

Die Handlung kommt eigentlich mehr oder minder einem Erotikthriller gleich, und dieser ist sehr modern gehalten und versprüht einfach nicht das Flair eines Giallo. Das ist einfach eine Tatsache. Wenn ich da nur mal "Das Parfüm der Dame in Schwarz" als Vergleich heranziehen darf, den ich aus dieser Gattung mir zuletzt angesehen hatte, dann ist "Tulpa" zwar nicht Lichtjahre aber doch sehr sehr weit entfernt, und auch wenn der Regisseur Zampanglione alles in seiner Macht stehende getan hat um ein klassisches Giallo-Abiente zu erschaffen, so bleibt gerade das die größte Schwäche des Films, der ansonsten gar nicht so schlecht gewesen ist, wie man es manchmal ja fast schon von einem Erotikthriller erwartet, denn aus meiner Sicht ist "Tulpa" einfach ein Erotikthriller, nicht mehr und auch nicht weniger. Die Spannung hält sich dabei in Grenzen. Was eher wieder zu einem Giallo passt, sind die recht blutig ausgefallenen Szenen bei den Morden. Die Effekte sind dabei durchweg gelungen und wirken nur durch den "Waffeneindringtong" (bei billigen Produktionen wird dieser sehr häufig verwendet, wenn jemand eine Stichwaffe irgendwo rein gerammt bekommt) etwas schlechter als sie eigentlich sind.

Was hier aber deutlich zur Aufwertung beitragen kann, ist der fantastische Score, der hier auch in mehreren Ausgaben als CD beiliegt. Dieser funktioniert sowohl in Kombination mit dem Film selbst als auch einzeln. Dabei ist hier ein deutlicher Wiedererkennungswert vorhanden, so dass die Musik auch nicht langweilig erscheint. Gesang gibt es dabei allerdings keinen. Bild und Ton sind ansonsten sehr gut umgesetzt worden, so dass hier keine Abstriche zu machen sind.

Da der Film als etwas angepriesen wurde, was er in meinen Augen nicht ist, hatte ich eine andere Erwartungshaltung an den Film selbst und bin demzufolge auch ein wenig enttäuscht. Hätte es von vornerein Erotikthriller geheißen, dann hätte ich etwas anderes erwartet. Der Score wertet den Film aber deutlich auf. Spannung ist eher in unterem Level vorhanden aber der Film weiß zu unterhalten, wenngleich er den Zuschauer nicht an das Bild zu fesseln vermag. Insgesamt etwas über der Durschnittsnote aber aus meiner Sicht nicht genrell für Giallo-Fans geeignet.

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