Unter Freunden kann man innerhalb des Horrorgenres auch mal als Gast einspringen und so dürfte es kein Problem für Regisseurin Danielle Harris gewesen sein, bekannte Gesichter wie Kane Hodder und Michael Biehn vor die Linse zu bekommen. Ausnahmsweise performt Harris diesmal nicht mit, sondern bringt ihre zahlreichen Erfahrungen an Sets mit ein und liefert dabei ein grundsolides Debüt ab.
Es sollte eine Party mit Glanz und Mystery werden, doch Gastgeberin Bernadette (Alyssa Lobit) hat ganz andere Pläne mit ihren Freunden. Nach versetzten Drinks können die Gäste nicht mehr ihre Beine bewegen und sind am großen Tisch den Spielchen ausgeliefert, welche die zweifelhafte Gastgeberin mit ihnen veranstaltet. Dabei kommen Wahrheiten ans Tageslicht, welche für einige Anwesende mit einigen Schmerzen verbunden sind...
Im Zentrum agiert mal wieder ein Moralapostel, der sich seine ganz eigenen Regeln zurecht biegt und dabei nicht gerade zimperlich vorgeht. Dem Zuschauer dämmert natürlich bereits nach wenigen Einstellungen, dass das freundliche Gehabe von Bernadette nicht ganz geheuer sein kann und so überrascht der rasche Wechsel ins Folterszenario auch nicht wirklich.
Zwar befindet sich unter den potentiellen Opfern niemand, der in irgendeiner Form zum Helden avancieren könnte, doch immerhin sind die Leutchen treffend und halbwegs markant besetzt, während Hodder als kauziger Chauffeur ein paar zynische Bemerkungen ablässt.
An der Foltertafel wird es indes ungemütlich klaustrophobisch, da der Raum lediglich für kurze Einspieler oder Flashbacks verlassen wird und die Teilnehmer jederzeit mit einer Regelabweichung rechnen müssen. Für eine gestellte Frage muss derjenige ein Opfer bringen, eine Schwäche oder Beleidigung wird sogleich sanktioniert und auch wenn es mal wieder hochgradig unwahrscheinlich ist, vor Feierlichkeiten und während intimer Momente heimlich Kameras zu platzieren, so scheint nahezu jeder ein dunkles Geheimnis mit sich zu führen, was teilweise recht zynisch enthüllt und verkauft wird.
Splatterfans kommen dabei durchaus auf ihre Kosten, auch wenn eine Kastration lediglich angedeutet wird. So wird munter skalpiert, es werden Finger abgetrennt, ein Nagel mit Hammer platziert und einige Male zu Schere oder Messer gegriffen.
Die handgemachten Effekte sehen okay aus, doch so richtig knallhart geht es nicht zur Sache, weshalb die FSK sogar ohne Kürzungen absegnete.
Darstellerisch wird im Kollektiv passabel performt, wobei Alyssa Lobit, welche auch das Drehbuch verfasste, recht viel aus ihrer unberechenbaren Figur herausholt und auch eine Brianne Davis zeigt viele Nuancen als Lesbe auf Drogen. Handwerklich ist ansonsten nichts anzukreiden, nur die etwas zu schlichte Ausstattung macht sich auf Dauer deutlich bemerkbar, zumal für das Kammerspiel nicht allzu viele Requisiten benötigt wurden.
Es geht also mal wieder um Psychoterror und etwas Folter, aber auch um dunkle Flecken in der Vergangenheit scheinbarer Freunde, um Loyalität, große und kleine Lügen und im Endeffekt vielleicht sogar darum, das eigene Verhalten innerhalb des Freundeskreises einmal zu reflektieren.
Eine zwar überaus simple Grundidee, die jedoch halbwegs spannend umgesetzt ist, mit kleinen Splattereinlagen garniert wurde und solide vorgetragen wird.
6 von 10