Review

"Paranormal Activity" und "Saw" haben eines gemeinsam: Pünktlich im 365-Tage-Takt wird eine neue Fortsetzung auf den Markt geschmissen. Nur mit dem winzig kleinen Unterschied, dass man beim Sägeblatt eine gut durchdachte, verschachtelte Story geboten bekam, die sich ins Hirn ätzte und man somit den nächsten Teil gar nicht abwarten konnte. Bei "Paranormal Activity" muss ich mittlerweile zuerst einmal die Gebrauchsanleitung der Vorgänger lesen, damit ich überhaupt weiß, was da erzählt worden ist und welche Personen und Ereignisse passieren - damit ich überhaupt mit dem vierten Teil etwas anfangen kann.

Ab dem dritten Teil wurde es um die paranormalen Aktivitäten öde, erste Abnutzungserscheinungen machten sich breit und sinnbildlich spricht dafür, dass die meisten Schockeffekte von Menschen selbst verursacht worden sind, quasi mit der "Buh!"-Variante. mit der man im realen Leben Fünfjährige erschrecken kann.

Deshalb noch mal kurz zu dem Schnelldurchlauf des bisherigen Inhalts: Im ersten Teil machte die vom Dämon besessene Katie (Katie Featherstone) ihren Freund Micah platt, im zweiten Teil musste die Familie ihrer Schwester Kristi dran glauben - das Baby (und das ist wichtig für diesen Teil hier!) wurde entführt. In Teil 3 sprang man in die Vergangenheit, wobei man zeigte, dass es schon in Katie´s  Kindheit nicht mit rechten Dingen zu ging.
Teil 4 spielt wieder in der Gegenwart mit Katie und dem entführten Baby Hunter, die sich in einen anderen Bundesstaat zurückgezogen haben. Hunter hört jetzt auf den Namen Robbie und ist mittlerweile im Vorschulalter, und - richtig geraten - es dauert natürlich nicht lange, bis es bei der neuen  Nachbarsfamilie spukt und poltert.

The same Procedure as every fuckin year, James .....

Konnte man im dritten Teil wenigstens noch mit einer Ventilator-Kamera ein neues Stilmittel einbringen, das, zugegeben, für Gänsehaut und unbehagliches Bauchgefühl sorgen konnte, ist in dem neusten Ableger das einzige Novum das Infrarot-Bild der Xbox Kinect. Auf Diskoabenden unter Mädels mit Sicherheit eine ganz tolle Sache. Dieses schmücke Beiwerk sieht zwar ungewöhnlich in seinem Sternchenremix aus, bringt der Filmatmosphäre aber überhaupt nichts.

Die Konzentration liegt auf dem Jungen selbst, während Katie erst nach einer knappen Stunde ins Geschehen eingrifft (danach geht der Punk natürlich richtig ab). Der Rest fühlt sich an wie kalter Kaffee, ist austauschbar, da immer der gleiche Inhalt vorliegt: Bei Familie XYZ fängt es leicht an zu spuken (Tür auf, Tür zu, Schattenspiele), wird heftiger (Schockeffekte mit Säbelrasseln) um dann in einem Finale zu enden, in dem mal wieder alle Charaktere in spektakulärer Art und Weise über den Jordan geschickt werden.

Auch in "Paranormal Activity 4" kommen wie im dritten Ableger die meisten Schockeffekte von menschlicher Hand, nur eben eine Tour schmieriger, der ach so tolle Spuk ist der gleiche nur in einer anderen Farbe und danach folgt der Abspann...
Ich bin begeistert.

Tja, was soll man dazu sagen? Die Fortsetzungen sind überflüssig geworden, zumal es mittlerweile etliche Trittbrettfahrer gibt, die auch auf dieser Mockumentary-Schiene fahren, das jedoch viel besser können und verstörender wirken. So ist Teil 4 im Jahr 2012 völlig belanglos und bekommt eine dementsprechende Bewertung vor die Latz geknallt.
Ich fürchte mich schon (im negativen Sinne) vor der fünften Auskopplung, aber solange mit verdammt wenig Budget so viel Geld gemacht wird und Menschenmassen die Kinotüren einrennen, wird der wahre Spuk kein Ende haben. An eine Besserung glaube ich nicht, es muss dringend frischer Wind her.

3/10

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