Nachdem Quentin Tarantino Anfang der 90er mit "Reservoir Dogs" und "Pulp Fiction" dem Gangsterthriller neue Impulse gab, eiferten ihm unglaublich viele junge Filmemacher nach, und drehten auch einen Film über vertrackte Situationen, originellen Gangstern und coolen Sprüchen. Die waren einfach nur billige Kopien von "Reservoir Dogs". Doch es gab auch hin und wieder ein paar Perlen zu entdecken. "Das Leben nach dem Tod in Denver" ist eine solche.
Regisseur Gary Fleder war vorher Werbefilmer und dementsprechend ist auch der Look des Films: Stylish, glatt und cool. Die Story ist durchdacht und schon recht fundiert. Jimmy "der Heilige" Tosnia (Andy Garcia) hat seinem Gangsterleben schon längst abgeschworen und führt eine Firma, bei der Sterbenskranke Videobotschaften für ihre Kinder oder Enkel, die sie nie kennenlernen werden, hinterlassen können. Jimmys alter Boss, der Mann mit dem Plan (Christopher Walken) bittet ihn, den Verlobten der Exfreundin seines debilen Sohnes zu beseitigen. Sein Sprössling macht sich in letzter Zeit mit arg dummen Verhalten in der Stadt Feinde. Ein Wiederzusammenkommen mit seiner Ex würde in rehabilitieren. Jimmy muss den Job annehmen, würfelt sich aber vorher noch seine alte Gang zusammen: Franchise (William Forsythe), Pieces (Christopher Lloyd), Easy Wind (Bill Nunn) und Critical Bill (Treat Williams). Zur gleichen Zeit lernt er die hübsche Dagney (Gabrielle Anwar) kennen. Der Job endet in einem fürchterlichen Blutbad. Nicht nur der Verlobte musste sein Leben lassen, auch die Freundin! Und das bedeutet "Buckwheats". Der Mann mit dem Plan setzt einen besonders grausamen Killer auf die Truppe an. Mr. Shhh (Steve Buscemi) naht, und die Zeit drängt, abzuhauen...
Soweit die Geschichte. Man bemerkt sofort, dass hier einige der besten Indie-Darsteller auftauchen. Nicht nur, dass Buscemi hier einen seiner erinnerungswürdigsten Auftritte hat, auch Christopher Walken, Christopher Lloyd, der ekelhafte Treat Williams, die tolle Fairuza Balk, Don Cheadle, Marshall Bell - sie alle haben mehr oder weniger große Auftritte, aber alle sind die wirkungsvoll!
Und genau diese gute Darstellerauswahl verdankt der Film auch seine Qualität. Hätte man weniger charismatische Leute hierfür eingesetzt, und einen Regisseur, der vielleicht mehr auf grausige Morde gesetzt hätte, dann wäre "Leben nach dem Tod in Denver" sicherlich nicht so ein klasse Stück FIlm geworden.