Review

Noch ein Blick in die goldene Zeit der auslaufenden Pulp-Fiction-Welle: „Das Leben nach dem Tod in Denver“ wird immer wie der verkrüppelte kleine Bruder von Tarantinos Erfolgsfilm angesehen und das wäre doch zuviel des Bösen.

Insgesamt bemüht sich Gary Fleders Film nämlich recht ordentlich um einen eigenen Stil, wenn auch gewisse Parallelen durchaus zum Vergleich einladen.
Die Story von fünf (zum Teil) Ex-Kriminellen, die einen Einschüchterungsjob für einen Boss versauen, indem sie eine Reihe von Leichen zurücklassen und deswegen mit ihrem Leben bezahlen, ist wunderschön elipsenhaft eingefangen, erzählt von Jack Wardens Charakter in einem Imbiß, in welchem die entsprechenden Personen während des Films öfters mal auftauchen.

Scott Rosenbergs Skript bemüht sich um Backgrounds für die skurilen Charaktere, die dann einer nach dem anderen von einem Killer umgebracht werden, während Andy Garcia, sich selbst ins Wort und in die Verantwortung für seine Kollegen nehmend, seine mögliche Flucht so lange rauszögert, bis es auch um ihn geschehen ist.

Charakteristisch sind die Rededuelle der Beteiligten, die nur beweisen, warum sie in ihrem Leben nicht von der Stelle kommen. Unterbrochen werden diese dann wieder von brutalen Ausbrüchen, die so manches Mal dem Zuschauer ein Aha-Erlebnis bescheren.
Doch leider krankt das Skript an einem mangelnden Spannungsbogen und schwacher Dramaturgie, denn etwas Zwingendes kann der Film nicht produzieren.

Positiv fallen sicherlich Steve Buscemis wortkarger Killer auf und der vollkommen durchgeknallte Treat Williams, der sich als Critical Bill letztendlich auf eine Auseinandersetzung mit seiner Nemesis einläßt. Der vielzitierte „Mann mit dem Plan“, der querschnittsgelähmte Mobster, gespielt von Christopher Walken, hat aber wenig Eindrucksvolles zu vermelden und die dramtischen Schlenker versanden im Off-Kommentar, der nachstehend so einiges erklärt, was im Film hätte gezeigt werden können.
Garcia bemüht sich zwar sichtlich, aber die Sentimentalität und das Pflichtbewußtsein sind die einzigen Charaktermerkmale, die er und das Skript uns übermitteln können, alles übrige versandet in dem Bemühen, Kultkino zu generieren, wo erzählerische Finesse gefragt gewesen wäre.

Alles in allem ein streckenweise vergnüglicher Beitrag zur Welle, aber dramaturgisch zu holprig, um wirklich überzeugen zu können. (6/10)

Details
Ähnliche Filme