Verlagsmanagerin Carol lebt nur für die Arbeit. Freundschaften bedeuten ihr nichts, selbst für Weihnachten hat sie nichts übrig. Gerade als sie kurz vor dem Fest in Einsamkeit zu versinken droht, erscheint ihr der Geist ihrer Ex-Chefin Eve. Eve führt Carol durch ihr vergangenes und gegenwärtiges Leben und zeigt ihr mahnend eine bittere Zukunft. Carol wird nachdenklich.
Es muß wieder Dezember sein, denn die Welle der Weihnachtsfilme fängt wieder an, das Fernsehprogramm zu dominieren. Wenn dann noch die x-tausendste Variante von Charles Dickens Weihnachtsgeschichte kann man zumindest vorab schon mal nicht auf Originalität und Innovation hoffen. Aus Ebonizer Scrooge wurde jetzt dann eben mal Carol, zum Beweis das auch weibliche Vertreter des Homo Sapiens ihre innere Rebellion gegen das Fest der Liebe führen können.
Heute ist es eine Verlagsleiterin, die in den üblichen 90 Minuten die komplette Gefühlsodysse vom egozentrischen Ekel hin zur warmherzig Beseelten machen muß, man kennt die Story ja. Die Frage ist aber, muß man denselben Kaugummi jedes Jahr wieder neu kauen, nachdem man ihn den Rest des Jahres auf den Bürgersteig gespuckt hat? Die Geschichte wurde mittlerweile so oft verfilm, das sowieso jeder weiß was passiert und wie es ausgeht. Sinn macht das höchstens für die nach-Wohligkeit-Süchtigen mit dem Bedürfnis sich mit stets neuen Filmen das Herz auf Weinachts-Temperatur hochzufeuern.
Um es kurz zu machen, It´s Christmas Carol erfüllt seinen Zweck, mehr aber auch nicht. Es ist eben ein dankbarer Stoff, den nicht mal Ed Wood hätte versaubeuteln können. Schön aber mal Prinzessin Leia wieder zu sehen, auch wenn es das Leben nicht allzu gut mit ihr gemeint hat, die hier den Weihnachtsengel Eve gibt und Carol auf die emotionelle Zeitreise ab 1985 schickt. Freunde des koordinierten Weihnachtskitsch werden ihre Freude dann haben, aber wirklich gebraucht hat es diese Verfilmung nicht unbedingt.
5/10