Sina, Wiener Krankenhausärztin, hat die Nase voll von Schichtdienst und Ausbeutung. Als ihre arabische Freundin Reissa sie bittet, ihrem schwerkranken Vater zu helfen, lässt sie kurzerhand die Arbeit sowie ihren Freund und Chef Marco hinter sich, fliegt nach Dubai und verliebt sich dort erst in die Wüste und dann in Reissas Bruder Khalid. Sie beschließt zu bleiben. Aber Marco reist ihr hinterher; er ist bereit, um ihre Liebe zu kämpfen.
So ziemlich alle Jubeljahre nehme ich einen neuen Anlauf, um vielleicht doch mal irgendwann mit dem typischen TV-Film aus Deutschland meinen Frieden zu schließen. Hier klang zumindest die Beschreibung einigermaßen vielversprechend, gedreht wurde in Dubai an original Wüstenschauplätzen, mit Esther Schweins und Hannes Jaenicke waren interessante Darsteller mit an Bord, dann schauen wir uns doch mal an, womit die öffentlichen Rundfunkanstalten so meine/unser Gebühren verprassen.
Um es kurz zu machen, es waren wieder sehr lange 90 Minuten gefüllt mit Kitsch, Klischees und weitgehender Langeweile. So sehr wir mit unserer tapferen Wiener Ärztin wohl mitfiebern sollen, die nicht nur kranke Beduinen aufopferungsvoll versorgt, sondern auch noch vehement gegen das arabische Frauenbild zu kämpfen versucht, genau so sehr macht sie sich selbst unglaubwürdig, indem sie recht fadenscheinig ihren Freund zurückläßt und sich wenige Minuten später dem feschen und weisen neuen Stammesfürsten an die sonnengegerbten Lippen wirft.
Natürlich reist ihr Freund irgendwann hinterher und wir haben den typischen Dreiecks-Einheitsbrei, der in romatischen Filmen hierzulande offenbar per Gesetz vorgeschrieben ist. Klimaanlage oder Kamelrücken lautet so die Frage die uns der bebilderte Ärzte-Groschenroman vorsetzt. Zwischendurch gibt es zwar Ansätze von Spannung, als ein Krieg zwischen zwei Stämmen auszubrechen droht, aber die Wüstenärtin setzt da lieber auf Gefühle und die letzte halbe Stunde des Films hab ich nebenher Geschirr gespült, was in etwa gleich interssant war.
So sehr auch einige schöne Sights and Sounds rund um Dubai geboten werden, die Story ist doch etwas für echte Romantiker, die mit den weichgespülten Dialogen zurecht kommen. Den Auslands-Oscar wird Deutschland mit dem Beitrag sicher nicht gewinnen.
3/10