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Wenn drei Mimen aufeinander treffen, welche bereits populäre Killer verkörperten, könnte man von einem recht blutigen Treiben ausgehen, doch das Kammerspiel von Regieneuling Anthony J. Rickert-Epstein kommt erst im letzten Drittel ein wenig in Fahrt und weitaus weniger brachialer daher als erhofft.

Michael (Tyler Mane) hat das Haus seines Vaters Gerry (Muse Watson) vor zwanzig Jahren verlassen, nun kehrt er aufgrund des gewaltsamen Todes seiner Schwester Chloe mit Verlobter und Neffen ins Haus seiner Kindheit zurück. Doch Gerry hat das einsam gelegene Gebäude mittlerweile zur Festung mit zahlreichen Überwachungskameras, Panikraum und merkwürdigen Symbolen umfunktioniert, was seine Lebenspartnerin als Folge einer Geisteskrankheit abtut. Tatsächlich jedoch scheint es eine dämonische Macht (Derek Mears) auf die Anwesenden abgesehen zu haben...

Familienclans und ihre speziellen Gepflogenheiten und Rituale: Noch vor der Ankunft von Michael und seinem Gefolge wird kurz eine Beobachtungsperspektive eingebunden, welche auf eine bösartige Kreatur auf vier Beinen schließen lässt und auch der Familienname Wolffsen deutet auf eine lange Tradition unter einigen Vollmondnächten hin.
Von der Bedrohung von außen in Form eines Monsters ist der Stoff allerdings weit entfernt, denn vielmehr entwickelt sich ein familiäres Kammerspiel, bei dem einige Traumata enthüllt werden, was leider nicht allzu viel Spannung schürt.

Übersinnliche Elemente sucht man bis zum letzten Drittel beinahe vergebens, von den Protagonisten vermag kaum jemand Sympathien einzuheimsen und darüber hinaus trägt die beklemmende Grundstimmung nur bedingt, da sich lange Zeit zu wenig ereignet und das Haus trotz merkwürdiger Symbole und kurzer Überwachungsperspektiven zu austauschbar anmutet. Kleine Rückblenden bringen nur wenig Licht ins Dunkel einiger Familiengeheimnisse, welche unterm Strich eher austauschbar daherkommen und somit nur leidlich zum Unterhaltungswert beitragen.

Demgegenüber können einige Mimen mit Präsenz punkten wie Derek Mears als dämonisch erscheinender Eindringling oder der vermeintlich besessene Hausherr Muse Watson, welcher einen facettenreichen Auftritt hinlegt. Tyler Mane verkörpert eher das Gegenteil, da er die meiste Zeit mit einem einzigen mürrischen Gesichtsausdruck herumläuft und nur von Alex Saxon unterboten wird, der als Neffe im Emo-Look auffallend unsicher performt.

Ein paar Gewalteinlagen in Form zerfetzter Körper und einiger Fleischwunden sind letztlich zu erhaschen und im letzten Drittel wird immerhin an der Temposchraube gedreht, wobei der lasche Score nicht zum Spannungsaufbau beiträgt. Die finalen Minuten reißen allerdings kaum noch etwas, denn der Stoff gibt insgesamt zu wenig her, was sich letztlich an der Auflösung manifestiert.
Es gibt Familiengeheimnisse, die sind nicht düster genug, um in Spielfilmlänge ausgebreitet zu werden, - "Wunden der Angst" zählt zu jenen Vertretern.
4 von 10

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