kurz angerissen*
Gängige Fantasy- und Effektfilme täuschen Gigantomanie vor, zeigen bombastisch animierte Welten und Kreaturen. „Knights of Badassdom“ hingegen zeigt nichts davon und lässt seine Darsteller dennoch so hadern, als ob. Von Riesenwasserfällen wird gesprochen, als man vor einer Wasserpumpe steht; als saftige Weiden bezeichnet man das ausgedorrte Eck davor. Weit mehr als „Fanboys“ & Co. hat dieser Film den Kniff raus, die Vorstellungskraft des gängigen Rollenspielnerds gleichermaßen zu bewundern wie zu verspotten. Dämlich sehen sie aus, wie sie da in ihren bescheuerten Rüstungen im Rund stehen und hochgestochene Nichtigkeiten verbreiten, und doch verführt die schillernde Vielfalt, mit der sie ihre Umwelt wahrnehmen, zum Neid.
Visuell macht das die Chose natürlich recht unspektakulär, zumindest solange nicht tatsächlich vermehrt Effekte auf der Leinwand erscheinen. Hier kippt es dann in zweierlei Hinsicht: Einerseits wird es optisch zugänglicher, andererseits geht langsam der Biss verloren, der sich überwiegend aus der Demontage des Eskapismus zehrte. Auch gibt Regisseur Joe Lynch („Wrong Turn 2“, Rahmensegment aus „Chillerama“) hier seinem Drang zum Derberen immer öfter nach, selbst wenn es mal nicht hundertprozentig passt.
Die angenehm bunte Besetzung mit Peter Dinklage, Ryan Kwanten, Steve Zahn und Summer Glau allerdings sorgt dafür, dass der Spaß nie ganz verloren geht.
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