Eine der wenigen Komödien, die wirklich ohne Durchhänger unterhält. Dazu noch eine relativ gut abgewogene Mischung aus Komödie (65 %) und Horror (35 %).
Na, werte Filmkenner, regt sich da was in der Erinnerung? Das hatten wird doch schon mal eine flotte Mischung aus Komödie und Horror, allerdings mit von Teil zu Teil wechselnden Mischverhältnissen, nämlich die "Tanz der Teufel"-Trilogie, deren Horroranteil von Teil zu Teil nachließ, aber deren Komödienanteil so herrlich amüsant war, daß man auch den 70%Komödie/30%Horror-Teil 3 ("Armee der Finsternis") sehr gut und oft sehen kann. An diesen erinnert gleich am Anfang eine Szene in "Knights of Badassdom" als sich das magische Buch am Gesicht eines Baddies festbeißt.
Ansonsten ist "Knights of Badassdom" eine liebenswerte Hommage an die Fankultur der Rollenspiel-, Mittelalter- und Fantasy-Fans. So mancher eingefleischte Herr-der-Ringe-Liebhaber wird hier auch auf seine Kosten kommen. Zu vergleichen ist das am besten mit der ebenfalls sehr gelungenen Komödie "Fan-Boys", welche sich allerdings mit Star-Wars- und Star-Trek-Fans beschäftigte. Aber bei "Knights of Badassdom" geht es um die ganz andere Sorte Nerds, nämlich die der Historien-Werke mit Schwert und Axt, mit Rittern, Zauberern, Hexen und Orks.
Nicht nur dem Fan-Kult wird Tribut gezollt, sondern auch die Anhänger aktuell besonders kultiger Schauspieler sind hier in ihrem Element. Zunächst einmal der wieder sehr coole Peter Dinklage (der Kleine aus "Game of Thrones"), dann Summer Gau (die sich mit ihren mädchenhaft-heiß-tödlichen Rollen in "Terminator SCC" und "Firefly/Serenity" eine beachtliche Fangemeinde erobert hat), dazu der hot-bad-Protagonist Ryan Kwanten (aus der provokanten, harten, sexuellen und preisgekrönten Serie "True Blood"), sowie Steve Zahn (der außerordentlich überzeugte in dem Weltklasse-Krimi "A perfect Getaway").
Fetzige Heavy-Metal-Musik, aber nicht nervtöntend die ganze Zeit, sondern nur an den wenigen dafür geeigneten Stellen. Sehr gute Kameraführung, gewisser Aufwand an Kostümen, einwandfreie Schauspielerleistungen, gute Beleuchtung (klar und deutlich wie in den 80ern und 90ern, denen somit rein optisch eine Hommage erwiesen wird) und mehrere Pfund hangemachter Effekte. Hier dominieren keine doofen CGIs, sondern Blut, Organe und Monster sind wie in guten allten Zeiten von Hand gemacht und zum Anfassen. Für eine FSK 16 Freigabe erstaunlich viel But und sogar rausquellende Organe. Zwar kein überharter Film, aber wäre er zwanzig Jahre früher gedreht, hätte man ihn mit Sicherheit auf FSK 18 eingestuft, was damals auch Komödien mit einem solchen Horroranteil oft passiert ist. >Wenn sich jemand noch an den Film "Demon Wind - Tanz der Dämonen" 1990 erinnert: Der war weniger hart als "Knights of Badassdom" und wurde damals mit einer § 131 beschlagnahmt<
Natürlich wird der Saw-abgehärtete Filmzuschauer von heute keine schlaflosen Nächste durch "Knights of Badassdom" bekommen, aber immerhin ist es gut, daß nicht nur der Komödienbereich hier funktioniert, sondern auch der relativ harte Horrorbereich.
Das Finale ist fetzig mit einem Riesendämon, der reihenweise Leute frisst und dem schließlich fleischige Schwerthiebe zugefügt werden, sowie eine irrwitzige Beschwörungsangelegenheit, ihn mit Hilfe des Buches zu bannen. Da hat man sich wirklich was einfallen lassen.
Die Personen kommen sympathisch rüber und nerven nicht - auch nicht selbstverständlich bei Comedy.
Übrigens muss man den Titel "Knights of Badassdom" mal zerlegen. Das soll heißen Bad-Ass-Dom, also "Bad Ass" sind abgebrühte, abgedrehte Typen in Filmen.
Jedenfalls hat der Film von der ersten bis zur letzten Minute Spaß gemacht und sogar mir als Komödienmuffel, der 90% aller Komödien überflüssig findet. Diese ist es nicht.