Ritter aus Nerdleidenschaft
"Knights of Badassdom" erzählt von ein paar nerdigen LARP'ern (Live Action Rollenspielern!), die durch ein mystisches Buch ihr LARP'er-Wochenende im Wald gehörig pimpen und mit massig echtem Blut verfeinern...
Besser LARP als Narc
Regisseur Joe Lynch hat ja selbst schwarz auf weiß geäußert, dass er hier im Endeffekt erstaunlich wenig Übung, Übersicht und Einfluss (!) auf das Endprodukt hatte, ihm das Projekt aber immer am Herzen lag und es vielleicht sogar eine bessere Schnittfassung von ihm selbst gibt. Und genau das merkt man "Knights of Badassdom" deutlich an. Im Kern eine mega Idee, eine charmante Nerdtruppe, etliche coole Gitarrenriffs, ebenso viele lustige Einzeiler und viele tolle Ansätze - was jedoch im chaotischen Schnitt und Tempo etwas untergeht oder zumindest nicht tonal so zusammenkommt, wie es im besten Fall hätte sein können. "A Knight's Tale" trifft "Army of Darkness" meets "Mythic Quest". Zwischen Pappschwertern und Gedärmflut. Netter Splatter bei gutem Wetter. Leider mit etlichen unfertigen und/oder schlechten Effekten. Eine Balance, die irgendwie off wirkt. Ein Film, der nie in seinen Groove und seinen Tritt findet. Wirkt fast wie ein unfertiges oder verlassenes Projekt. Da war mehr drin. Und trotzdem kurzweilig und schrullig anders - was nahezu einem Wunder gleicht, bei all den Unreinheiten und Ungereimtheiten...
Nekrofunikom
Fazit: eine verk(n)appte Kifferhorrorkomödie im Ritterkostüm? Okay. Wild und wirr, chaotisch und choppy, nerdig und nett. Weitestgehend sehr sympathisch. Zwischenfälle auf dem Mittelalterfestival. War entweder viel zu spät dran oder deutlich seiner Zeit voraus, wenn man sich heutzutage sowas wie "Deathstalker" (2025) oder "Deathgasm" anguckt.