Review

Erstaunlich unverfroren, dass so ein unausgegorenes, halbfertiges, lückenhaftes Drehbuch in teils aufwendige Produktion ging. Denn anfangs gab es noch hübsche Settings und Vorgaben (Computernerd Chris' Bude, die Endzeitparty mit vielen StatistInnen, seltsam sinnesfreudige Frauenfiguren). Es gab Andeutungen einer fortschreitenden Geschichte und menschlicher Beziehungen - doch sobald die Kometen-Gefahr endlich konkret wurde, endete jegliche Logik, Zusammenhang oder gesunder Menschenverstand.

Wie sich schließlich auch der Prolog mit dem Dad als völlig überflüssig erwies, so bedeuteten auch alle weiteren Handlungselemente einfach: Nichts! Sowohl die anfangs liebevoll, aber viel zu zeitfressend etablierten (die nette Nachbarin, die fiesen Gangs, die Dunkelheitsphobie des Helden), als auch die später hinzugefügten: der Glatzkopf führte wirre Reden (Baseballschläger-Nutzungsverbot) und wurde in einem Faustkampf gegen irgend so ein mutiertes Monster gleich abgefrühstückt (Warum legt der Idiot die Wumme aus der Hand?), die fuchtelnden Soldaten dienten als Schlachtplatte, sogar die Monster installierten nur eine unbestimmte Bedrohung, die völlig unklar blieb. Warum stehen die Monster so auf Faustkämpfe und Prügeln? Warum waren die Schüsse fast unhörbar leise?
Des Helden einzige Aufgabe schien: Raus aus'm Haus und planlos draußen Rumstolpern. Beides natürlich das Dümmste, was er tun konnte – wieso konnte er eigentlich seine Zimmertür nicht öffnen? Warum hatte sich der schlaffe Computerfreak plötzlich in eine semi-effektive Baseballschläger-Kampfkunst-Maschine verwandelt? Warum bemerkte er nicht, dass ihn ein Spinnenmonster umarmte? Weil er da schon selbst infiziert war? Wie hatte er sich infiziert?

Er war ein Typ mit Angstzuständen, der ohne Licht abkackt – wenn das schon etabliert wurde, wieso wurde das nicht genutzt? Statt eines Spiels mit Realität versus Vision (wehmütig dachte ich an Cronenbergs VIDEODROME), wurde der Aspekt "eingebildeter" Bilder (Angstfantasien) völlig verschenkt. Denn nur durch Alpträume hätte sich das konfuse Durcheinander erklären lassen - der Typ pennte ja ohnehin dauernd ein, soff harte Drinks, unfreiwillig KO-Tropfen und schluckte Pillen - indes gab es nie einen Hinweis, ob die Filmbilder echt oder halluziniert waren – außer dass der Typ völlig unbeeindruckt blieb von dem, was er sah. Oder war der Darsteller nur unfähig, Reaktionen zu spielen? Das hätte ja zu den Autoren gepasst, die nicht schreiben können.

Details
Ähnliche Filme