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"Ekka Raja Rani": Zwischen Dreieck und Drama

Ekka Raja Rani ist ein Film, der viel will, aber nur wenig davon tatsächlich erreicht. Das Action-Drama aus den frühen 90ern bringt große Namen wie Vinod Khanna und Govinda zusammen, doch der Film pendelt zwischen emotionaler Überladung, überzogener Action und klischeehaften Liebesverstrickungen. Die Ausgangslage – ein Don, der wider Willen Verantwortung übernimmt – hätte Potenzial für ein spannendes Charakterdrama. Stattdessen verliert sich die Handlung in einem Wirrwarr aus Missverständnissen, dramatischen Gesten und aufgesetzten Konflikten.

Vinod Khanna bringt zwar die nötige Gravitas in die Rolle des wortkargen Vicky, doch sein Wandel vom trinkenden Gangster zum geläuterten Liebhaber wirkt überhastet und unglaubwürdig. Govinda als Sagar liefert wie gewohnt eine energiegeladene Performance ab, allerdings bleibt seine Figur trotz zentraler Rolle blass. Ayesha Jhulka als Barkha bringt frischen Wind ins Geschehen, doch ihre Figur schwankt zwischen Unschuld und Emotionalität ohne klare Kontur. Ashwini Bhave wirkt zwar solide, geht im Liebeskarussell aber beinahe unter.

Visuell und musikalisch entspricht Ekka Raja Rani der Ästhetik seiner Zeit: bunte Sets, überdramatische Musik und Nahaufnahmen in Zeitlupe dominieren das Geschehen. Leider können diese Elemente nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Erzählung inkonsequent ist und die emotionalen Höhepunkte selten authentisch wirken. Die Bösewichte rund um Paresh Rawal als Nageshwar Rao geben ihr Bestes, doch ihre Motive bleiben dünn, ihre Intrigen vorhersehbar.

Was dem Film fehlt, ist ein klarer Fokus: Soll es ein Familiendrama sein, eine Romanze, ein Mafiaepos? Am Ende bleibt ein überladenes Potpourri, das viel Lärm macht, aber wenig in Erinnerung bleibt. Einige Szenen funktionieren, einige Darsteller glänzen kurz – doch das reicht nicht, um den Film über den Durchschnitt zu heben. Für Fans der Stars vielleicht ein Blick wert – für alle anderen eher unnötig.

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