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„Die Körperfresser kommen“ ist nach „Die Dämonischen“ der zweite Film welcher auf der Romanvorlage „Body Snatchers“ basiert. Durch die zeitgemäßere Umsetzung des 78´er Remakes, avancierte der Film schnell zum Genre-Klassiker.


Die Story ist relativ eng mit dem Roman verbunden: Von einem fremden Himmelskörper gelangen Pollen oder Samen auf die Erde. Hier gedeihen sie schnell und bilden wunderschöne Blüten. Diese Pflanzen verbreiten sich aber schneller als Parasiten und sind bald überall zu finden. Die junge Laborantin Elizabeth (Brooke Adams) gehört zu den ersten die merkt das irgendetwas nicht stimmt, ihr Mann scheint von einen Tag auf den anderen nicht mehr der Selbe. Immer mehr Menschen benehmen sich plötzlich merkwürdig und entfremdet, als wären sie ausgetauscht. Zusammen mit ihrem Freund Matthew (Donald Sutherland) versucht Elisabeth das Geheimnis zu ergründen, beide vermuten eine gigantische Verschwörung, doch die Wahrheit ist viel schockierender...

Regisseur Philip Kaufman transportiert den klassischen Invasionsfilm der 50´er Jahre in die damalige Gegenwart und erschuf damit einen Alptraum der auch heute, 30 Jahre später, immer noch zu schockieren weiß. Waren die Aliens in den frühen Filmen wie „War of the Worlds“ noch immer als solche zu erkennen bzw. wurde die Eroberung der Erde mit martialischer Gewalt eingeläutet, so verläuft dieses Mal der Prozess viel schleichender. Die Anzeichen sind erst sehr vage und durchaus als Spinnerei oder Einbildung abzutun. Durch die Figur des Psychologen Dr. Kilber (Leonard Nimoy) werden die Vermutungen von Elisabeth ebenfalls entkräftet. Doch die Zeichen mehren sich, bis sie schließlich nicht mehr von der Hand zu weisen sind. Das Bedrückende daran ist, das man sich zu keinen Zeitpunkt sicher sein kann wer noch wirklich real ist oder bereits „ausgetauscht“ wurde. Noch schlimmer ist das die neuen Menschen keinerlei Emotionen zeigen und nur noch wie Roboter durch die Gegend stapfen. Man kann den Film daher auch als Sozialkritik auf die zunehmende Technisierung verstehen, in der ein Mensch und dessen Gefühle nur noch eine untergeordnete Rolle spielen.

Kaufman spielt in seiner Umsetzung bewusst mit der Paranoia, was dem Spannungsaufbau enorm dienlich ist. Bis zum Schluß weiß man nie so ganz wer eigentlich noch wirklich Mensch ist. Wenn man sich mal sicher ist, muß man erkennen das man sich doch geirrt hat. Das anfangs noch gemächliche Tempo nimmt zum Schluß hin rasant zu und wird schließlich zu einer gnadenlosen Flucht. Garniert ist das ganze mit damals zeitgemäßen Schockeffekten und skuriler Kameraarbeit. Die Transformierten erinnern gegen Ende sehr an Zombies, mit ihren nervenzerfetzenden Schreien sorgen sie zusätzlich für Gänsehaut. Der Schluß lässt einen schließlich mit einem dicken Klos im Hals zurück: deprimierend aber konsequent.


„Die Körperfresser kommen“ ist ein Klassiker des Sci-Fi Genres welcher die Angst vor der Invasion fremder Mächte einmal von der subtileren, unsichtbaren Seite betrachtet. Die Ängste die dabei geschürt werden haben bis heute nichts von ihrer Faszination verloren und garantieren beste Gruselstimmung. Mit Donald Sutherland, Jeff Goldblum und Leonard Nimoy starbesetzt und uneingeschränkt empfehlenswert.

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