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Drehbücher gelangen Regisseur Philip Kaufman immer besser als Filme, man nehme nur mal "Jäger des verlorenen Schatzes, Der letzte Kreuzzug" oder "Die Wiege der Sonne". Nur mit dem Remake zu "Die Dämonischen" landete er einen Hit. Nach der Novelle von Jack Finney schrieb W.D. Richter (Brubaker, Dracula) das Drehbuch. Mir persönlich gefällt "Invasion of the Body Snatchers" besser als das Original von 1956. Die gelungene Teenieversion gab es circa 15 Jahre später unter der Regie von Abel Ferrara und vor kurzem lief das mittlerweile dritte Remake, Regie Oliver Hirschbiegel, in den deutschen Kinos. Mein Favorit bleibt dieser späte 70er Jahre Film, dicht gefolgt Ferraras Umsetzung in den frühen 90er Jahren.

Ausserirdische Sporen breiten sich überall in San Francisco aus. In Blütenform wachsen sie in der Natur und warten nur darauf von den Menschen gepflückt zu werden. Während des Schlafes wird der Mensch dann kopiert, eine Art Fötus wird im Inneren der Pflanze hergestellt. Immer mehr Menschen werden ausgetauscht und beginnen sich zu verändern. Nur Gesundheitsinspektor Matthew Bennell (Donald Sutherland) und seine Kollegin Elizabeth (Brooke Adams) fällt diese Veränderung auf. Die Body Snatchers haben mittlerweile schon den Großteil der Stadt eingenommen, nicht mal ihren besten Freunden können Matthew und Elizabeth noch vertrauen. Sie versuchen dennoch die Invasion aufzuhalten.

In fast keinem Film war die Existenz des Menschen so bedroht und gleichzeitg hat Kaufmann dies sehr intensiv festgehalten. Die Body Sntachers kommen durch die Hintertür, breiten sich aber rasend schnell aus. Elizabeth und Matthew nehmen diese Veränderungen war, sind sich aber nicht sicher, ob sie sich das Ganze nicht nur einbilden. Kaufmann spielt sehr geschickt mit den Urängsten des Menschen und der grundlegenden Angst um die eigene Existenz. Kontinuirlich wird Spannung aufgebaut, ohne Goreszenen und nur wenig Schockeffekte. In der zweiten Filmhälfte gibt es dann auch ein paar Hetzjagden, denn Matthew und Elizabeth stehen bald allein gegen die ganze Stadt. Man darf nicht einschlafen, denn im Schlaf wird man kopiert, auch Matthew fällt den Körperfressern fast zum Opfer. Sehr realistisch zeigt dieser Film die Chancen der "normalen" Menschen, welche gleich bei Null stehen und am Ende wartet er mit einer bitterbösen Überraschung auf.

Hier vergehen die 111 Minuten wie im "Schlaf", denn als Zuschauer ist man gefesselt von Anfang bis Ende. Auch wenn der Film in der zweiten Hälfte etwas nachlässt, denn hier konzentriert man sich nur auf die triviale Jagd und reiht einige Actionszenen aneinander. Die erste Hälfte punktet nun mal mehr mit der Ungewissheit. Auch die wenigen F/X sind für das alte Baujahr sehr gelungen. Man sieht ein paar Mal sehr deutlich, wie die Kopien enstehen und wie das Virus sich ausbreitet. Auch etwas kuriose Szenen wie der Hund mit Menschenkopf sind sehr gelungen. Blut darf nur ganz wenig fließen, doch dies hat der Film nicht nötig. Allein der Score verkündet schon pures Unheil und ist am Spannungsaufbau wesentlich beteiligt. Gute Darsteller runden dieses Remake ab. Donald Sutherland und Brooke Adams sind in den Hauptrollen zu sehen. Jeff Goldblum und Leonard Nimoy haben Nebenrollen ergattert. "Star Trek" Fans wird Nimoy hier sehr unsympatisch vorkommen.

Auf ganz leisen Sohlen kommt hier das Grauen. Hochspannung garantiert, kleine Hänger mit inbegriffen, aber immer noch die beste Verfilmung.

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