Als 1999 mit „Lake Placid“ ein Riesenkrokodil auf die Tierhorrorfans gehetzt wurde, war es beileibe nicht das erste seiner Art, jedoch ein recht effektvoll in Szene gesetztes. Es folgten zwei Nachfolger mit deutlich geringerem Budget und nun „The Final Chapter“, wobei zu hoffen ist, dass das Ende der Fahnenstange endgültig erreicht ist.
Mittlerweile ist das Gebiet um den Black Lake zur Naturschutzzone umfunktioniert worden, da ein elektrisch geladener Zaun die seltenen Exemplare der Krokodile in Schach halten soll. Doch als eines Tages das Tor des Zaunes offen steht und zur gleichen Zeit eine Schulklasse beim Campen ist, muss Sheriff Theresa rasch handeln, um die Kids (einschließlich ihre Tochter Chloe) aus dem Schlamassel zu befreien…
Hier werden typische Zutaten für den anspruchslosen Tierhorrorfreund in trauten Verlaufsbahnen vereint: Eine Mutter muss ihr Kind retten, welches sich innerhalb der Überlebensgruppe als mutige Heldin mausert, es gibt neben den Krokodilen einen Bösewicht in Form eines Wilderers (Robert Englund) und eine eiskalte Sprücheklopferin mit stets flapsigen Bemerkungen (Yancy Butler).
Könnte die Geschichte zumindest im ersten Drittel noch etwas Tiefgang entwickeln, ob es denn ethisch vertretbar ist, Mörderkrokodile zu schützen, die bereits einige Menschen umbrachten, verkommt die Chose zusehends zu einer schnörkellosen Hatz mit zahlreichen dämlichen Verhaltensweisen und einigen Logiklöchern bezüglich der Verletzbarkeit der mutierten Reptilien.
Immerhin sind zügige Szenenwechsel zu verzeichnen, die Handlung teilt sich in kleinere parallel ablaufende Handlungsstränge auf, während die gepanzerten Angreifer für ein C-Movie okay in Szene gesetzt sind und einige Male kurz und blutig zuschnappen.
Zwar spritzt viel CGI-Blut ohne sichtbare Verletzungen, doch anderweitig landen einige Opfer direkt, quer, hochkant, unter Wasser oder kopfüber am Baum hängend im Schlund einer der Bestien.
Der Bodycount geht somit in Ordnung, nur mangelt es ein wenig an mitreißenden Konfrontationen.
Hier und da wird durch den Wald gestolpert, mal landet jemand in einer Grube (mit Krokodil), dann wird wieder ohne Erfolg geballert, während die Leute im Wasser zuweilen nicht so zügig schwimmen, als würde es wirklich um ihr Leben gehen.
Dazwischen ein wenig Egoperspektive mit Grünfilter aus Sicht der Angreifer, ein paar wenige obligate Boobs und wie immer werden moralische Entgleisungen als erstes geahndet.
Doch so langsam haben sich auch die Riesenkrokodile totgelaufen, denn den Geschichten ist nichts Innovatives mehr hinzuzufügen, Augenzwinkern, Selbstironie und Sarkasmus bleiben weitgehend auf der Strecke und überrascht wird der Genrefreund seit Teil Zwei nicht mehr.
Ein routinierter Streifen ohne markante Eigenheiten, für eingefleischte Genrefans ganz okay, jedoch weit entfernt von der halbwegs originellen Mixtur des Erstlings.
Knapp
5 von 10