Review

Die Gegend rund um den Black Lake ist jetzt ein Reservat und mit einem elektrischen Zaun abgeschirmt, der die Riesen-Krokos drin und die Leute draußen halten soll... mit mäßigem Erfolg: Neben dem Wilderer Jim Bickerman, der es auf einige wertvolle Krokodil-Eier abgesehen hat, verirrt sich zudem auch noch ein Bus mit einer Ladung Teenager während eines Schul-Ausflugs an den besagten See und natürlich dauert es nicht lange, bis die gesamte Bagage von den fressgeilen Reptilien aufgemischt wird. Da sich unter den Kids auch Chloe, die Tochter von Sheriff Theresa Giove, befindet, startet die Gesetzeshüterin gemeinsam mit der Jägerin Reba, die selbst schon einige unangenehme Erfahrungen mit den schuppigen Biestern gemacht hat, auf eigene Faust eine Rettungs-Mission... Prinzipiell hatten die Macher von "Lake Placid 4" ja schon irgendwie den richtigen Riecher, da sie erkannt haben müssen, dass Yancy Butler in der Rolle der Reba mal echt das Beste an "Lake Placid 3" gewesen ist und man diese - obwohl am Ende des Vorgängers halb von 'nem Krokodil gefressen und eigentlich mausetot! - darum für das vorliegende Sequel ganz einfach wieder zum Leben erweckt hat. Bin ich d'accord mit! Auf Butlers Kappe geht dann auch ein Großteil des - insgesamt leider recht überschaubaren - Unterhaltungswerts dieser ansonsten durch und durch überflüssigen Fortsetzung, die sich mehr als der eh schon misslungene zweite Teil wieder über Gebühr ernst nimmt und damit die Tonalität des Steve Miner-Originals mal so ganz und gar nicht trifft. Nö, das Ganze unterscheidet sich nun wirklich keinen Deut mehr von jenen beschämend schlechten Tierhorrorfilmchen, die Produzent Phillip J. Roth mit seiner UFO-Klitsche schon seit der Jahrtausendwende irgendwo im Ostblock im Akkord raushaut: Die Art und Weise, auf die das Drehbuch sich förmlich einen abbricht, um irgendwie 'ne Handlung zum Laufen zu bringen, macht da echt Kopfschmerzen, die billigen Spezial-Effekte sind mal so richtig "spezial" (*ähem*) und das untalentierte Darsteller-Jungvolk chargiert sich mächtig einen ab! Immerhin hat man aber den gut aufgelegten Robert Englund noch in eine Nebenrolle gesteckt, um die Angelegenheit ein wenig aufzuwerten und den einen oder anderen zusätzlichen Fan zu ködern. Regisseur Don Michael Paul legt hiermit nach seinem Steven Seagal-Vehikel "Halb tot", dem etwas zu Unrecht untergegangenen "Die Reiter der Apokalypse" und dem Komödien-Flop "Who's Your Caddy?" den Grundstein für eine Karriere als Go-to-Guy für Direct-to-DVD-Fortsetzungen bekannter Hollywood-Streifen, denn seinem "Lake Placid 4" sollen da noch mehrere "Jarhead"- und "Tremors"-Sequels sowie der verspätete Nachklapp zum Schwarzenegger-Vehikel "Kindergarten Cop" folgen... und dass den das alles nicht mehr allzu sehr juckt und er die Sache darum inszenatorisch recht unbeteiligt angeht, kann man sich ja denken. "Lake Placid 4" ist tatsächlich der bislang mit weitem Abstand dämlichste Teil der Reihe, was angesichts der beiden TV-Film-Vorgänger echt was heißen will und da hilft es dann auch nicht weiter, dass die CGI-Krokodile dieses Mal eventuell einen Tick besser aussehen, als zuvor und bisweilen heftig mit dem Kunstblut in der Gegend rumgespritzt wird. Dass das Ende, welches da mit einem typischen Schluss-Schock sperrangelweit für eine weitere Fortsetzung offen steht, den Original-Titel, der da nach bester Manier des vierten Teils von "Freitag der 13." das "Final Chapter" verspricht, spontan ad absurdum führt, verwundert einen natürlich schon gar nicht mehr. Fazit: Obwohl hier die meisten Leute weggeknuspert werden paradoxerweise echt bisslos!

3/10

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