Review

Inhalt:

China, zum Ende der Qing-Dynastie. 5 Engländerinnen -Dawn (Sonja Jeannine), Anna (Diana Drube), Brenda (Gillian Bray), Karen (Tamara Elliot) und Celia (Deborah Ralls)- wurden auf ihrer Schifffahrt nach Australien, von chinesischen Piraten im südchinesischen Meer aufgegriffen. Sie werden an Land gebracht, und sollen später als Sexsklavinnen verkauft werden.

Piraten-Kapitän One-Eyed Dragon (Chiang Yang) übergibt die Europäerinnen dem Ober-Boss Chao (Wang Hsieh), und die Damen sollen erstmal zu Liebesdienerinnen "ausgebildet" werden. Dies bewerkstelligt überwiegend die für die Piraten arbeitende Ko Mei-Mei (Lau Wai-Ling). Diese tut dies nicht freiwillig. Sie wurde einst von den Piraten entführt, als ihr Bruder Ko Pao (Yue Hua) die Bande verließ, da er die brutalen Machenschaften dieser Freibeuter satt hatte. Er will den Piraten und Chao das Handwerk legen, und hat dafür eine Gruppe von KungFu- und Schwertkämpfern um sich geschart.

In der "Ausbildungs"-Stätte der Piraten befindet sich auch die lesbisch-verruchte Tiao Tao-Fu ("Helen" Ko Ti-Hua), die ihr ganz eigenes Spiel treibt, die Piraten, allen voran Tiao´s Bruder Tiao Tsu-Tung (Lin Min-Lang), stellen den Engländerinnen immer wieder nach.

Was die Seeräuber nicht ahnen...: Ko Mei-Mei bildet die Damen insgeheim auch in KungFu und im Schwertkampf aus. Sobald die Frauen bei einer Sex-Auktion versteigert wurden, soll deren Befreiung anlaufen.

Nachdem die Frauen verkauft wurden, können sich diese selbst oder mit Hilfe befreien und in ein verlassenes Küsten-Dorf entweichen. Dort wird die Ausbildung der Damen in KungFu vollendet.

Chao und seine Männer wollen die Frauen natürlich wieder in ihre Gewalt bringen. Der Kampf ist unausweichlich, die englischen Girls sind tapfer, allen voran die schöne Dawn, die sich in Ko Pao verliebt hat. Doch erst als Ko Pao´s KungFu-Fighter endlich eintreffen, kann den Freibeutern richtig etwas entgegengesetzt werden.

Kritik:

Im Jahre 1974 entstand diese Koproduktion der Shaw Brothers/Hongkong und "Rapid Films"/Deutschland unter der gemeinsamen Regie von Kuei Chih-Hung und Ernst Hofbauer als eine flott und einfach unterhaltende Mixtur aus Eastern, Softcore-Porno, Sexploitation und albern-lustiger Comedy, als ein reiner Unterhaltungsfilm und billige Klamotte für´s Bahnhofs-Kino der 1970er Jahre.

Das ist soweit gelungen, für ein einfaches Gemüt, bei Bier und Chips, und der Streifen hat ein hohes Tempo, ist ein lustiger Film "für Zwischendurch". Wenn man sich darauf einstellt, und das Hirn etwas auf Durchzug, wird man flott-kompakt unterhalten.

Die Studios der Shaw Brothers kooperierten hier mit den deutschen Produzenten der Softcore-Porno-Reihe "Schulmädchen Report", einer pseudodokumentarischen Abfolge über das angebliche Liebesleben frühreifer deutscher "Teenies" (wohl eher Damen jenseits der 20). Die alberne Verbal-Erotik und etwas nacktes Fleisch, dazu Auspeitschung und Ausbeutung, etwas was man noch in den 1970er Jahren drehen und dem männlichen Kino-Publikum anbieten konnte.

Heutzutage kann man solche Filme nicht mehr offiziell drehen und publizieren. Da ist man ja sofort wegen "Sexismus" dran, und die Macher wären gesellschaftlich erledigt. Damals war das noch was anderes, und man sah das alles etwas freizügiger. Da war Notgeilheit auf der Leinwand noch was Lustiges, heutzutage darf sich in dieser Single- und No-Sex-Gesellschaft ja nur noch ein Mann der aussieht wie Brad Pitt auf dem deutschen Plakat zu "Legenden der Leidenschaft" einer Frau auf >10m nähern, geschweige denn eine Dame ansprechen. Und Sexploitation? Darauf steht heute ja die gesellschaftliche Todesstrafe.

Damals, ja damals. Da hatte Rippie mit Streichholzärmchen noch ´ne Chance, und die Frauen waren noch nicht so emanzipiert-prüde und entsexualisiert. So ist denn "The Bod Squad" auch ein Relikt seiner -frivoleren- Zeit, heutzutage ein undenkbares Produkt der 1970er Jahre.

Nun, der Film ist witzig-spritzig, albern und billig, locker-flockig, peinlich und klamottig. Amüsiert sieht man dem Treiben zu, wenn man wie ich als kleiner Junge diese anzüglicheren Zeiten noch irgendwie mitbekam, als junge Männer auf Motorrädern noch in armfreier kurzer Wildlederjacke, Blue-Jeans, langen Haaren und ohne Helm durch die Gegend knatterten und die TV-Show "Klimbim" mit einer halbnackten Ingrid Steeger noch zur Prime-Time im TV lief. Junge Leute heute -durch Emanzipation, weibliches Kariere-Streben und Adonis-Anspruch der Damen bereits weitestgehend entsexualisiert-, sehen wohl so einen Streifen mit offenen Mündern nur voller Erstaunen -die Männer- und Entsetzen -die Damen- über solch zotige Umtriebe mit innerer "Muss man da nicht die Polizei holen!"-Attitüde.

Ich fands ganz lustig, und die Mischung machts, und aus "The Bod Squad" ein trashig-flottes Vergnügen.

Unter strahlend blauem Himmel, am Meer oder in den Studios der Shaw Brothers, die nicht ihre besten Sets für diesen billigen Unterhaltungsfilm zu opfern bereit waren, wird eine sehr simple und natürlich auch hanebüchene Story erzählt, Action und Fleischbeschau, alberne Verbal-Erotik und zotige Sprüche stehen im Vordergrund. Und keine hohe Kunst, ist doch klar. Logiklöcher und irrationales Handeln waren erwartbar, so wie auch pseudo-taffe Girlies, Overacting dass es qualmt, und eine übertrieben-saloppe deutsche Synchronisation ala ´Rainer Brandt für Arme´("Fangen deine Tittchen an zu zittern, fängt meine Hose an zu flittern!", au Backe nein).

Die seichte Sexploitation-Story wird denn noch einigermaßen flüssig erzählt, und mündet in Action ala Eastern, die Deutschen waren für die Softcore-Porno-Elemente zuständig, und die Shaw Brothers für die Action und die Eastern-Atmosphäre im "alten China". Ein Endfight am Strand und ein Happy-End für ein euro-asiatisches Pärchen bringen den Film denn noch ins Ziel für den über alles schmunzelnden Betrachter (falls der sich über den aus heutiger Gesellschaftssicht "Schweinkram" nicht aufregt und nach Kripo schreit).

Die europiden Darstellerinnen geben sich pseudo-taff oder ängstlich-verstört, sind die Ausbeutungsobjekte chinesischer Piraten-Machos, die dabei allerdings des öfteren lächerlich wirken. Aus meiner Sicht, sind die Damen nicht unbedingt schön und erotisch, die Blondinen im Cast denn eher Bügelbretter. Die Attraktivste ist hier für mich noch die recht ansehnliche Sonja Jeannine, für mich auch die Bekannteste unter den europäischen Darstellerinnen. Sie kannte ich aus "Der schwarze Korsar" an der Seite von Kabir Bedi, wo sie in knallenger Capri-Hose ihren schönen, knackig-wohlgeformten Hintern zu Markte trug.

Sonja Jeannine ist hier auch hinsichtlich der Action die beste der europiden Akteurinnen, zeigt noch am ehesten Technik und Körperbeherrschung. Die anderen der "Engländerinnen", nun ja, pseudo-taff was eher im Overacting lächerlich wirkte.

Die attraktivste Darstellerin im Film, mit beherztem Auftreten und dies überzeugender, Lau Wai-Ling. Wang Hsieh spielt den überdrehten Piraten-Boss, notgeil und misogyn, so überzogen dass es wieder gut war. "Helen" Ko Ti-Hua, das chinesische Adult-Starlett in besonderer Rolle als verrucht-lesbische und undurchsichte Dame im Freibeuter-Dunstkreis, mit gepudertem Gesicht und für die lesbischen Elemente in der Softcore-Erotik zuständig, nahm Mann eher so nebenher mit.

Yue Hua ist der Held, der die Damen rauszuhauen gedenkt. In der Tat ernsthaft im Spiel, fast nicht passend zum eher komödialen Gesamteindruck, bietet er den chaotischen Freibeutern die Stirn und sorgt für die besten KungFu-Fightszenen. Allerdings bleibt die Love-Story mit Sonja Jeannine im Ansatz stecken, weil das sichtlich nicht Yue Huas Metier ist, er verkrampft fast bei den Kuss- und Kuschel-Szenen. Hätte man besser weggelassen.

Neben Zoten, Verbal-Erotik, chaotisch-überdrehten Piraten mit durchgeknalltem Boss, nackten Tatsachen und Sexploitation-Andeutungen, wird noch gefightet. Für einen solchen Streifen, ja kein klassischer Eastern, war die KungFu-Action absolut brauchbar, rasant und dynamisch mit durchaus bemühter Choreo, vor allem die Fights mit Yue Hua gegen mehrer Piraten zugleich, gefielen.

Die "Action" mit den europiden Damen hingegen war eher unbeholfene Slapstick, aber die Darstellerinnen -eigentlich im Softcore pornografisch "zu Hause"- mühten sich, vor allem Sonja Jeannine konnte da punkten.

"The Bod Squad", seichte, flotte und lustig-amüsante Unterhaltung. Jedenfalls für mich.

6/10.

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