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So langsam steigt man kaum mehr durch, in welchem Sanatorium verrückte Pfleger hausten, bei welcher Familie es daheim spukt oder in welcher Nervenheilanstalt Patienten gefoltert wurden. Aber auch ohne Vorkenntnisse irgendwelcher Investigationen dürfte es nicht schwer sein, dem Treiben, - ausnahmsweise mal nicht im Found Footage-Stil, von Anfang bis Ende zu folgen.

Das Gebäude der Pennhurst Nervenheilanstalt ist seit Jahren verlassen, - Grund genug für ein Filmteam vor laufenden Kameras nach Beweisen für Geister zu suchen. Doch just als man die ersten unerklärlichen Phänomene wahrnimmt, taucht ein Arzt (Michael Rooker) auf, der mit seinen Patienten nicht gerade sensibel umgeht...

Rooker führte selbst Regie und übernahm die Rolle des fiesen Quacksalbers, was ihm durchaus gut zu Gesicht steht. Die Rahmenhandlung bildet derweil eine Gruppe von Teens, die einige Zeit nach dem Verschwinden der Filmcrew ins Gebäude geht und sich Schauergeschichten erzählt, dabei allerdings allerlei debile Späße macht, was auf Dauer ein wenig nervt. Das Hauptaugenmerk liegt also bei den TV-Reportern, wobei sich allerdings auch hier kein eindeutiger Sympathieträger hervortun kann, da die Damen bis auf Haylie Duff kaum auffallen, der Chef ein unsympathischer Poser ist und die anderen beiden eher im Hintergrund agieren.

Positiv fällt indes die Lokalität des verlassenen Gebäudes auf, welches mithilfe schwacher Kontraste eine recht düstere Aura mit sich bringt. Die Außenmauern sind zu Teil mit Grün umwuchert, im Innern blättert der Putz ab, die Wände sind beschmiert und an allen Ecken und Enden erinnern Requisiten an das grausame Treiben in der zwielichtigen Anstalt.
Leider ist der Erzählrhythmus zunächst alles andere als rund ausgefallen, da zuviel zwischen den Erzählebenen gependelt wird, wodurch kaum ein Fluss entsteht und eine Bindung zum Geschehen erschwert wird. Erst im letzten Drittel stehen die Überlebenskämpfe der Filmcrew im Mittelpunkt als der sagenumwobene Dr. Tod auf den Plan tritt.

Bis dahin hält sich der Spuk allerdings in Grenzen, auch wenn die zurückhaltende Sounduntermalung zuweilen kleine Akzente setzen kann, sich von selbst bewegende Rollstühle in leeren Gängen immer gut aussehen und auch das klassische Mädchen im weißen Nachthemd am Fenster ist ein oft verwendetes Motiv. Die angenehm ruhige Kamera und der ordentliche Schnitt machen sich trotz des recht überschaubaren Budgets positiv bemerkbar, nur die wenigen CGI sehen nicht allzu überzeugend aus.

Ab und an entstehen gar unfreiwillig komische Momente, etwa als das Oetkern mit einer halbnackten Geisterfrau unerwartet endet oder der indianische Hausmeister immer wieder versucht, den Ort als grundlegend böse zu deklarieren. Ein wenig fies wird es letztlich bei den Eingriffen des Arztes, der jedem Opfer etwas anderes zumutet. Da gibt es auch schon mal die klassische Lobotomie und ab und an spritzt oder fließt ein wenig Blut, richtig derbe geht es jedoch nicht zur Sache.

In Sachen "Paranormal" gab es schon weitaus Schwächeres und auch die finale Auflösung ist brauchbar, die etwas reiferen Mimen performen passabel und ab und an punkten die Kulissen und erzeugen eine stimmige Spukatmosphäre.
Kein Gänsehautfilm und in Sachen Geister und Dämonen auch nicht allzu einfallsreich, aufgrund seiner auffallend kurzen Laufzeit von 73 Minuten ohne Abspann jedoch angenehm kurz ausgefallen.
5,5 von 10

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