MONDOMANILA ist ein rohes punkiges Stück Film, welches collagenartig und scheinbar völlig chaotisch, dennoch aber gut durchstrukturiert mit allen möglichen Sehgewohnheiten spielt. Filmschnipsel diverser Art in diversen Film- und Farbtechniken, Dokumentations-Teile oder Abschnitte die wie Interviews oder Selbstportraits aufgebaut sind, wechseln sich ab und lassen den Zuschauer nicht zur Ruhe kommen. Es zählt der unbedingte Wille des Regisseurs Khavn uns ohne Rücksicht auf Verluste auf die Beschränktheit unserer eingefahrenen Ästhetik aufmerksam machen will.
Dazu gibt es Hip Hop, Punk und viele Formen des Experimentalfilms die schon auf vordergründige Schocks aus sind. Es gibt eine Freakshow aus Zwergen, Junkies und sexuell speziell orientierten sowie Behinderten, die im Rahmen einer rudimentären Handlung die ganz normale Geschichte des Underground einer philippinischen Metropole erzählen. Jeder versucht das Beste aus seiner Situation zu machen und die Stimmung ist nicht wirklich düster wie man es vermuten würde.
Das Label Rapid Eye Movies hat immer Mut und ein Herz für den unentdeckten Film, aber diesmal hat man sich mit MONDOMANILA einen wirklich radikalen und quasi unverkäuflichen Brocken ausgesucht. Er ist mehr ein Statement als ein Film. Und er ist eine punkige und dadaistische Parodie auf das Genre der klassischen Mondofilme, die schon ab Anfang der 60er Jahre mit dem Erstling MONDO CANE begannen.
Diese Filme zeichneten für die Menschen im Westen stets das Bild der Wilden und ungezügelten Fremden in fernen Ländern. In ähnlicher Form kann man die ungezügelte Provokation von MONDOMANILA einordnen. Sie besteht aus realen und fiktiven Szenen die gekonnt kombiniert werden. Aber Voyeure bedient der Film nicht. Mehr soll nicht verraten werden. Jeder der sich durch diesen Genre-Bastard gewühlt hat, hat es wahrlich verdient.
7/10 Punkten