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Einige Menschen, die irgendwann an einem Horrorfilm mitwirkten, sei es als Kameramann, Beleuchter oder Komponist, kommen zuweilen selbst auf die Idee, mal einen Versuch ins Genre zu starten, denn das kann ja offensichtlich nicht so schwer sein. Autor und Regisseur Jesse Dayton, der 2009 ein paar Tracks zu "Halloween II" zusteuerte, dürfte mit dieser Annahme jedoch völlig daneben liegen, wie sein misslungenes Debüt unter Beweis stellt.

New Orleans ist nach Hurrikan Katrina nicht mehr dasselbe, weshalb ein Pharmakonzern ominöse Stimmungsaufheller in Form von Pillen an die Bevölkerung verteilt. Die ungeahnte Nebenwirkung: Die Menschen mutieren zu blutrünstigen Zombies. Radiomoderator Aldous und Musiker Charlie versuchen nach Texas zu gelangen, um an ein Gegenmittel zu kommen...

Nach gefühlten 1000 Zombiefilmen hat man innerhalb der ersten zehn Minuten ein Gefühl dafür, ob das Ganze was werden kann, - hier langen bereits fünf, um zu wissen, dass hier kein zweiter Romero am Werk ist.

Dayton setzt wahllos Farbfilter ein, bleicht aus unerfindlichen Gründen die Kontraste und lässt den Radiomoderator ohne Unterlass gegen den Pharmakonzern schwafeln, ohne ihn als Charakter einzuführen. Um Charlies Figur ist es nur minimal besser bestellt, denn der erwacht immerhin mit einem Kater und wird kurz danach vom Sheriff alarmiert, weil seine Mutter eines der ersten Opfer der Zombieseuche ist. Weitere Hauptfiguren sind zwei Frauen, die vom Konzern angeheuert wurden, um sämtliche Zombies auszuschalten, was bei einer Menge von einigen Tausend keine bahnbrechenden Erfolge verspricht.

Von den Zombies erhält man indes lediglich Fragmente. Mal laufen sie für zwei Sekunden über den einen Platz, dann woanders für vier Sekunden über eine Straße, doch zusammenhängende Konfrontationen sucht man weitgehend vergebens.
Vielmehr nimmt die Erzählung Gestalt eines Roadmovies an, bei der viel Zeit im Auto verbracht und über jeweilige Lebenserfahrungen philosophiert wird. Dann feiert die zwischenzeitlich fünfköpfige Gruppe aus nicht nachvollziehbarem Anlass eine Party mit Alkoholika und Tanz, bis sich die Wege der Damen und Herren erneut trennen.
Eine genaues Konzept hatte Dayton bei seinem Erstling augenscheinlich nicht vor Augen.

Dies untermauert auch das völlig offene Ende, welches nach bereits 77 Minuten den Abspann einläutet. Die kleinen Gastrollen von Sid Haig, Malcolm McDowell und Corey Feldman bringen das Geschehen keinen Deut weiter, der Rest performt durch die Bank hölzern, Splatterfans erhalten zwar einige Kopfschüsse und angedeutete Fressszenen in tricktechnischer Handarbeit, doch länger als 1,5 Sekunden wird nie drauf gehalten.

So kommt natürlich keine Spannung auf, direkte Auseinandersetzungen lassen sich an einer Hand abzählen und am Ende hilft die bunte Musikauswahl auch nicht weiter, wenn die Geschichte zwar halbwegs flott, aber eben auch reichlich inhaltslos und dilettantisch inszeniert vorgetragen wird.
Ein schwacher Erstling, der wenig Hoffnung auf Besserung verspricht...
Knapp
3 von 10

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