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Wenn Haushaltsgeräte ein widerspenstiges Eigenleben entwickeln, ist man nicht weit von kleinen Katastrophen entfernt. Eine Art „Final Destination“ offenbart sich, wenn der Finger dem Elektromesser zum Opfer fällt, lange Haare um den Knethaken gewickelt werden und sich das Kabel vom Pürierstab so um den Hals windet, dass gleich das halbe Ohr wegpüriert wird. Doch ein Kühlschrank? Hier stellt er das Tor zur Hölle dar, doch beängstigend gestaltet sich das beileibe nicht.

Im Zentrum stehen eine Wohnung mit Kühlschrank und das Deppen-Paar Eileen und Steve.
Frisch von Ohio nach New York beziehen sie eine heruntergekommene Butze, ohne zu wissen, was es mit dem Gerät der Vormieter auf sich hat. Bereits nach kurzer Zeit dringen merkwürdige Geräusche aus dem Kühlschrank und Eileen möchte die Wohnung rasch wieder räumen, doch die Macht des ominösen Gerätes hat bereits von ihrem Mann Besitz ergriffen…

Als Horror-Komödie gedacht, ist das Unterfangen eine zähe Angelegenheit. Für Trash ist der Stoff noch viel zu ernst, für spannenden Horror ist das Konzept der Story viel zu unbeholfen und lahmarschig umgesetzt.
Für kleine Auflockerungen sorgen allenfalls die Randfiguren, wie der Hauswart, der zwischendurch sein Talent als Flamenco-Tänzer unter Beweis stellt oder die herumlungernden Typen, die Eileen auf Schritt und Tritt begutachten.
Eileen steht demnach auch stärker im Vordergrund als Steve, der lediglich seinem neuen Job nachgeht und Eileens Ängste und Erlebnisse bezüglich des Kühlschranks komplett in den Wind schlägt.

Doch leider geht vom Kühlschrank selbst zu wenig aus.
Mal wird einer in der Tür zerquetscht, dann kommt um ihn herum farblicher Nebel auf, ein vermisster Schlüsselbund taucht drin auf und, das erweist sich noch als kleiner Höhepunkt, befindet sich dort ein kleiner Moderator, der Steve Ratschläge erteilt und in eine bestimmte Richtung zu lenken versucht.
Insgesamt kommen bei diesen Aktionen jedoch weder Atmosphäre noch Spannung auf, geschweige denn, dass man hier von Splatterszenen sprechen könnte.
Am Ende wird zwar noch ein Fuß abgetrennt, doch das geht nicht auf das Konto des Gefriergerätes.

So langweilt man sich eher bei diversen Szenen, die sich als Laufzeitstrecker erweisen, etwa mit der problematischen Beziehung zwischen Eileen und ihrer Mutter, einem ausgedehnten Spaziergang, einem Besuch bei einem Medium oder verschiedenen Stationen bei Steves Job.
Bemüht wird versucht, altbackenen Humor einfließen zu lassen, was genauso fehlschlägt, wie der Ansatz, das Mysterium des Kühlschrank überhaupt erst zu erklären, denn so willkürlich das Gerät reagiert, so vage bleibt sein Hintergrund.

Erschwert wird die Angelegenheit von schwachen Darstellern, die ihre hölzernen Dialoge nur wenig überzeugend darbieten, während Kamera und FX nur allzu statisch, beziehungsweise unausgereift bleiben.
Lediglich der Score weiß ein paar wenige Akzente zu setzen.

Insgesamt bietet diese arg abgespeckte Variante des Poltergeist Themas schlicht zu wenig auf allen Ebenen. Da fehlt komplett die Pointe und am Ende wird gar nicht mal erklärt, was mit den Opfern eigentlich geschehen ist und in welcher Form von Zwischenwelt sich diese überhaupt befinden, obgleich jene in Ansätzen sogar atmosphärisch gestaltet wurde.
Altbackener Käse ohne Witz und Finesse, - diesem müden Konzept fehlt von vornherein das Kühlaggregat…
3 von 10

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