Review

Die schwarzen Adler von Santa Fe

Deutschland/Italien/Frankreich 1965

Regie: Ernst Hofbauer

Wer Gewalt sät, wird keinen Reichtum ernten!

Der Stamm der Comanchen unter Führung Ihres Häuptlings Schwarzer Adler (Tony Kendall) überfällt das Westernstädtchen Silver Hill und richtet ein Massaker an der Bevölkerung an. Die Überlebenden können sich gerade noch in das nahegelegene Fort Eagle Rock unter Captain Jackson (Joachim Hansen) und seinen wenigen Männern retten. Kurz darauf trifft auch der Regierungsagent Cliff McPherson (Brad Harris) ein. Er wurde vom Präsidenten beauftragt, die Umstände des Indianeraufstandes zu erforschen und in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Militär abzustellen, bevor ein großer Krieg ausbricht. Ebenfalls auf dem Weg zum Fort ist der Zeitungsherausgeber Blade Carpenter (Horst Frank), der unterwegs eine wichtige Beobachtung macht, als ein paar Soldaten (zumindest hatten sie Uniformen an) einige Indianer massakrieren und bewusst Einen entkommen lassen. Bei seinen Ermittlungen stößt McPherson auf den reichen und einflussreichen Rancher Morton (Werner Peters) und schon bald ist klar, dass Morton die Soldaten/Siedler und Indianer aufeinanderhetzt. Auf dem Gebiet der Comanchen liegen bedeutende Ölvorkommen und deshalb will er sich deren Land aneignen. Es gelingt Morton sogar, durch einen Trick mit einem falschen Kundschafter, Captain Jackson dazu zu bewegen, dass einigermaßen sichere Fort zu räumen und legt ihnen unterwegs einen Hinterhalt, während anschließend die Krieger von Schwarzer Adler die Soldaten/Siedler vollends nieder machen sollen. Während McPherson auf dem Weg zu Schwarzer Adler ist, begleitet Carpenter den Treck und versucht unter Einsatz seines Lebens, zu retten, was noch zu retten ist.

Gelingt Mortons Plan und wird er zum reichen Ölbaron?

Oder kann McPherson Schwarzer Adler davon überzeugen, dass er Opfer einer Intrige wurde und deshalb das Kriegsbeil wieder begräbt?

Gelingt Carpenter die große Schlagzeile und wird er zum erfolgreichen Verleger?

Wer gewinnt am Ende die große Schlacht in der Ebene von Eagle Rock?

Auch hier haben wir es wieder, wie bei den beiden ebenfalls von Wolf C. Hartwig produzierten Vorgängerfilmen (die Flußpiraten vom Mississippi und die Goldsucher von Arkansas), mit einer (versuchten) Kopie der Karl May Winnetou – Verfilmungen zu tun, auch wenn die Gangart härter, blutiger und dreckiger ist (eine Folge des Erfolgs von Leones 1. Dollar Film?). Das Drehbuch ist aber weniger kohärent und weist doch Schwächen in den Handlungsabläufen auf, Erkenntnisse und Taten sind oft unlogisch in ihrem Ablauf und führen daher teilweise zu nicht beabsichtigter Komik, sind damit auch in den Folgen vorhersehbar und vermindern die Spannung. Teilweise entsteht der Eindruck, dass einzelne Handlungsstränge mit kaum Zusammenhang aneinandergefügt wurden, da Feststellungen daraus dann wieder keine Rolle spielen bzw. Konsequenzen nach sich ziehen. Regisseur Hofbauers einziger Beitrag zum IW, seine größten Erfolge feierte er dann in den 70ern mit den Schulmädchen Reports. Die italienische Version (I gringos non perdonano) führt Alberto Cardone als Regisseur, der in der deutschen Version als Regisseur der Action-Szenen gelistet wird. Die Kameraführung von Hans Jura ist als solide zu bezeichnen, besonders beim Angriff der Indianer zu Pferde mit einem großen Komparsen Aufgebot, zumal die Drehorte der Außenaufnahmen in Spanien (Almeria) lagen, das Fort wurde hinter den Barrandov Film Studios (Innenaufnahmen) in der Nähe von Prag errichtet. Die Hauptdarsteller können einigermaßen überzeugen, Horst Frank in einer „guten“ Rolle eher ungewohnt.

Die Musik von Gert Wilden ist passend, aber nicht IW typisch und fügt sich angenehm in den Film ein. Ronny intoniert sein Titellied “Kenn ein Land“ im Fort am Lagerfeuer und ist Teil der Filmhandlung.

Meine Wertung: 5/10

Stimmen zum Film:

Die Meinung des Evangelischen Filmbeobachters:

„Deutsche Westernproduktion, die bei recht guten Darstellern vor allem am Dialog und am vordergründige Konflikte ansteuernden Drehbuch krankt. Eine gestellte Gesangseinlage stört den ohnehin recht zäh und umständlich sich entwickelnden Handlungsablauf erheblich. Ohne Empfehlung.“

cinema.de schreibt:

„Herrlich schräge Szenen. Beispiel: ein von Indianern belagertes Fort. Im Saloon, der größer scheint, als das Fort selbst, berlinert Edith Hanke hinter der Theke. In der angespannten Situation greift draußen Ronny zur Gitarre und singt mit viel (Studio-) Hall auf der Stimme seinen Schlager. Da wippt das ganze Fort mit!“

(Damals noch) Koch Media sei Dank, erfolgte eine ansprechende Veröffentlichung in der s.g. Teutonen Western Collection zusammen mit „Die Flusspiraten vom Mississippi“ und „Die Goldsucher von Arkansas“, in einer sehr guten Bild- und Tonqualität.

Anmerkung:

Im Zuge einer Wiederaufführung 1965 von Lederstrumpf: Der Wildtöter (mit Lex Barker) wurden zusätzliche Szenen aus Die schwarzen Adler von Santa Fe eingefügt und mit einem abweichenden Vorspann sowie neuer Titelmelodie von Gert Wilden versehen.




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