Die Asia-Mystery-Welle reist nicht ab. Egal ob nun die "Ring-Triologie", "Ju-On: THe Grudge" oder "Dark Water" allesamt waren sie mega-erfolgreich. Und auch "The Eye" aus Hong Kong konnte sein Publikum finden. "Inner Senses" ist ein weiterer, nicht ganz so erfolgreicher, Grusel-Film aus Hong Kong. Und im Vergleich zu "The Eye" ist dieses Geister-Horror-Drama definitiv der bessere Film, wenn auch nicht einer der Besten!
"Inner Senses" ist eine recht stimmungsvolle Mischung aus Drama und Gruselsstreifen. Es geht um eine Frau, die überall, egal wo sie auch ist, Geister sieht und von diesen Erscheinungen geplagt wird. Die Story die dazu erfunden wurde ist recht dicht geworden und ist mit allerlei guten Ideen gespickt worden. Man hat an einen ordentlichen Filmaufbau gedacht, an gute Figuren und an einige sehr mysteriöse Begebenheiten.
Dabei kann der Film vor allem mit einer immensen Atmosphäre auftrumpfen, wie man sie höchstens in "Ju On" erleben durfte. Wenn die Stimmen der Geister aus allen Ecken des Wohnzimmers hallen, ist man fast dazu geneigt wieder einmal an den Fingernägeln zu knaupeln und wenn diese grauenvollen Gestalten dann sichtbar sind läuft es einem eiskalt den Rücken herunter. Zudem schraubt ein idealer Score die Atmosphärenschraube noch einmal deutlich an und läßt einen ab und zu auch mal heftigst erschrecken. Schon lange nicht mehr so heftig Herzflattern gehabt.
Schade nur, dass der Film diese hohe Atmosphäre nicht durchgehend beibehalten kann. Denn nach dem gelungenen Start zieht sich der Film doch erst einmal sehr. Die Story wird zwar voran getrieben, doch auf einem sehr langsamen Niveau, was nicht jedermanns Sache ist. Zwar passiert schon ab und an etwas und sowohl die dramatischen Entwicklungen als auch die Lovestory zwischen Yan und Jim sind gut anzusehen, aber erst nach gut 60 Minuten wird es wieder wirklich (mächtig) interessant. Wer bis dahin durchgehalten hat, darf sich dann auf eine mächtig gute letzte halbe Stunde freuen!
Das Ende des ganzen Treibens ist dann zwar nicht unbedingt zu 100% durchdacht, aber man kann durchaus zufrieden damit sein.
Darstellermäßig ist alles auf sehr hohem Niveau. Karena Lam kann einmal mehr sehr gut gefallen. Die Rolle der Yan, die mit den Nerven total am Ende ist, stellt sie glaubwürdig und überzeugend da! Und Leslie Cheungs Leistung ist natürlich ebenfalls nicht zu verachten!
Fazit: Unglaublich spannendes und atmosphärisches Geisterdrama, der mit seiner wirklich gelungenen Story und einigen gelungenen Shocks das Blut in den Adern gefrieren läßt. Auch wenn der Film sich leider dazwischen recht oft in kaugummiartige Längen verliert, so darf sich der geneigte Asia-Filmfan auch hier wieder über ein gelungenes Stück Gruselkino, mit gelegentlichen Romantik- und Dramasprenkeln, freuen.
Wertung: 7/10